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__== PRAG 2010 ==__
Der Plan: In 5 Tagen die wichtigsten und schönsten Ecken der Stadt erkunden.
Planhelfer: Stadtführer vom Michael Meyer Verlag (bedingt zu empfehlen), Dumont Bildatlas Prag (zu empfehlen), viele Webseiten
Verkehrsmittel: Flug mit Germanwings ab Köln, Metro und Straßenbahn in Prag
Wir sind: Meine Freundin Rebekka und meine Wenigkeit
Reisezeit: 13.12.-18.12.2010
Vorab ...
Bisher habe ich mir noch nie die Mühe gemacht, einen Reisebericht über eine Städtetour zu tippen. Meist aus dem Grund, da die großen Sehenswürdigkeiten und die jeweilige Stadt an sich schon so unendlich oft beschrieben wurden, dass ich es einfach nicht für nötig gehalten habe. Und natürlich, da man letztendlich auch nicht viel mehr macht, als alle anderen Touris auch – also individuelle Wege, (Geheim)-Tipps und persönliche „Abenteuer“ eher selten sind. Nach unserem Prag-Trip aber muss ich einfach eine Kleinigkeit schreiben, aus drei Gründen:
1. Sie gehört zu den schönsten Städten, die ich je gesehen habe.
2. Eine solche Seite ist für die eigene Erinnerung schöner, als irgendwo Fotos einzukleben.
3. Auf meine anderen Reiseberichte bekam ich in der Vergangenheit einige Mails mit wirklich netten Reaktionen, es wird also tatsächlich gelesen und hat den ein oder anderen schon mit guten Tipps versorgt oder nette Erinnerungen geweckt.
Dennoch will ich mich in diesem hier relativ kurz fassen, es soll daher nicht wie sonst ein Reisetagebuch werden, sondern ein ganz normaler Bericht. Jetzt aber los ...
NOCH EIN WORT ZU DEN FOTOS:
Die Thumbnails stellen teilweise nur Ausschnitte dar!
Jedes Foto öffnet sich auf Klick
in seiner vollen Größe.
HINKOMMEN / ANKOMMEN / RUMKOMMEN
Wie schon öfters standen wir vor der Wahl – Fliegen oder Auto? Die Deutsche Bahn wird von uns meist gar nicht erst in Betracht gezogen, da sie einfach immer zu teuer ist. Der Flug mit Germanwings ab Köln (wir haben 15 Minuten bis zum Flughafen) entpuppte sich mit rund 150,- EUR (für uns beide zusammen, Hin- und Rückflug inklusive je einem Koffer) als ähnlich teuer wie eine Autofahrt bzw. um ein weites billiger, wenn man sich in Prag einen bewachten Parkplatz leisten möchte. Der hätte in unserem Fall noch einmal mit 125 (!) EUR zu Buche geschlagen. Sicheren Parkraum lassen sich die Prager Hotels sehr gerne sehr gut bezahlen …
Der Flug war Germanwings-üblich schnell erledigt, bei solchen Kurzstrecken fliegt man ja sozusagen Lufttaxi und wenn man den Web-Check-In nutzt, reicht es auch aus, kurz vor dem Flug am Gate zu stehen. Da sämtliche Webseiten und Reiseführer vor der Abzockmentalität der Prager Taxifahrer warnen, buchten wir vorab einen privaten Shuttledienst, der einen am Flughafen abholt und zum Festpreis von 22,- EUR für zwei Personen an jede beliebige Destination in der Stadt fährt. Tatsächlich stand dann, nachdem wir das Gepäck am Band wieder eingefangen hatten, eine nette Dame in der Ankunftshalle mit einem Schild in der Hand, auf dem unsere Namen standen. Sie parkte quasi direkt vor dem Terminal und wir wurden schnell und sicher die etwa 25 Minuten ins Hotel chauffiert. Dazu erhält man noch gratis einen Stadtplan sowie einen Gutschein für eine kostenlose vierstündige Stadtführung. Nett. Der Service hat uns so überzeugt, dass wir ihn auch wieder für die Rückreise genutzt haben. Wer mehr wissen will: www.flughafentransfers-prag.de
In der Stadt selbst nutzten wir das hervorragend ausgebaute öffentliche Verkehrssystem - Es gibt einheitliche Fahrkarten für Metro/Straßenbahn und Busse. Für uns perfekt war das 5-Tages-Ticket für 500 Kronen bzw. 20,- EUR. Schwarzfahren lohnt nicht wirklich, wir wurden gleich am zweiten Tag kontrolliert. Ansonsten ist gerade der Bereich von Altstadt, Neustadt, Kleinseite und Hradschin auch sehr gut zu Fuß erkundbar. Der Tagesdurchschnitt lag laut meinem Schrittzähler bei zehn Kilometern Laufstrecke, die wir als Eskimo verkleidet zurücklegten. Jeder Tag war einfach nur sackekalt, die Temperaturen lagen nicht ein einziges Mal über Null, meistens zwischen -8 und -12 Grad. Generell war das Wetter nicht das tollste, da es oft stark schneite. Insgesamt konnte ich sieben Stunden Sonne zählen, drei davon am Abreisetag. Und trotzdem – Prag im Winter ist genauso sehenswert und wie mir erzählt wurde ist so viel Schnee in der Stadt auch relativ selten. Außerdem: Da wir in den dunkelsten Tagen des Jahres unterwegs waren und es um 16 Uhr bereits fast finster war, konnte ich viele Dämmerungs- und Nachtfotos schießen ;-) Beim Rückflug hatten wir allerdings Glück, da er nur 45 Minuten Verspätung hatte. Rund um Köln und Prag machten wegen des Schneetiefs „Petra“ viele Flughäfen dicht und auf der Anzeigetafel an unserem Gate blinkten immer mehr „Cancelled“-Meldungen auf.
DAS HOTEL
Wir wohnten im Corinthia Hotel, das auch schon mal Corinthia Towers heißt, je nach Webseite. Den besten Preis fand ich bei Booking.com
Es wird als Fünf-Sterne-Haus klassifiziert und hat nach deutschen Standards nicht nur meiner Meinung nach knappe vier Sterne verdient. Ich würde es weiter empfehlen, aber nur zu dem Preis, den wir bezahlt haben ;-) Wenn man lange genug sucht und vergleicht, kostet das Hotel auch nicht mehr, als ein Drei-Sterne-Haus in irgendeiner deutschen Stadt. Aber aufpassen: Zu besonderen Terminen oder wenn die Zimmer knapp werden ruft das Hotel absolute Mondpreise auf. Selbige herrschen auch im Hotel selbst vor. Wer nicht gerade einen Goldesel am Start hat, sollte es vermeiden, irgendetwas dort zu konsumieren oder irgendeine Zusatzleistung in Anspruch zu nehmen. Das Frühstücksbuffet allerdings ist immer inklusive und wirklich gut (bis auf den Kaffee). In unserem Übernachtungspreis war die Nutzung des (leider viel zu kleinen) Spa-Bereichs bereits mit drin. Hier findet man im 24. Stock mit einer tollen Aussicht einen Swimmingpool sowie eine komischerweise nach Geschlechtern getrennte Sauna (über die wir nach einem langen Tag in der Kälte immer sehr glücklich waren). Ein großer Fitnessraum mit vielen neuen Geräten ist dort auch verfügbar. Unser Zimmer lag im 18. Stock und auch von dort aus war die Aussicht gigantisch. Im gesamten Hotel ist unverkennbar noch ein wenig der Charme der kommunistischen 1980er Jahre zu spüren, auch wenn vieles modernisiert wurde. Am Zimmer selbst gab es nichts auszusetzen, auch der Service war OK. Es hat schon was, wenn ein Zylindertragender Herr im Anzug auf einen zukommt wenn man vor dem Hotel vorgefahren wird, um einem die Koffer abzunehmen und aufs Zimmer zu schaffen ;-)
Das Corinthia liegt zwar nicht in der Stadtmitte, aber verkehrstechnisch trotzdem sehr gut auf einem der Prager Hügel. Unmittelbar vor der Tür befindet sich die Metrostation „Vysehrad“. Von dort aus sind es fünf Minuten bis zum zwei Stationen entfernten Wenzelsplatz (Station „Muzeum“). Die Bahn wiederum fährt auch alle fünf Minuten. An der Station „Vysehrad“ findet sich auch ein Bankautomat, an dem man sich gleich mit Kronen eindecken kann. Die unzähligen Wechselstuben in der Innensstadt sollte man meiden, hier wird meistens viel zu viel abgerechnet, obwohl alle mit „0% Wechselgebühr“ werben. Ein paar Schritte von Hotel und Metrostation entfernt findet man ein riesiges Konferenzzentrum mit mehreren Eingängen. Eingang sechs ist der des „Admiral Casinos“ (für die kleinen Zocker unter uns ;-) Ein nettes kleines Casino mit mehreren Roulette-, Poker- und Blackjack-Tischen sowie einigen Automaten und einem großen Extraraum für Poker(profis). Der Eintritt ist frei, man benötigt aber seinen Personalausweis. Es gibt ein kleines warmes Buffet – Dieses sowie alle Softdrinks und auch Pilsener Urquell frisch von der Zapfe sind gratis. Direkt an der Station befindet sich auch ein Thailändisches Restaurant, dass sehr gut sein soll, von uns aber nicht besucht wurde. Die Hotelrestaurants sollen ebenfalls nicht schlecht sein, aber wie gesagt – der Goldesel ... Ansonsten ist in direkter Hotelnähe nichts los.
Unser Hotelzimmer |
Unser Hotelzimmer |
Unser Hotelzimmer |
Unser Hotelzimmer - Bad |
Ausblick aus unserem Hotelzimmer |
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DIE PRAGER
Innerhalb Europas durfte ich als Tourist schon so manchen Menschenschlag kennenlernen, von überfreundlich bis hin zu den sympathisch-knorrigen Korsen im Sommer (siehe Reisebericht „Korsika“). Die wenigen Tschechen, mit denen wir in Prag Kontakt hatten, markieren für mich leider einen neuen Tiefpunkt. Es ist schon seltsam, warum die Einwohner bzw. Dienstleister einer Stadt, deren Hauptwirtschaftszweig der Tourismus darstellt, teilweise so unfreundlich zu ihren Besuchern sind. Klar waren wir durch andere Reiseberichte und auch die Reiseführer „vorgewarnt“, aber vor Ort ist es dann doch komisch. Nach ein paar Tagen ist man richtiggehend froh, wenn einem etwa eine Servicekraft im Restaurant unverhofft ein kurzes Mundwinkelzucken schenkt. Natürlich kann man sich als Gast in dieser Stadt dennoch wohlfühlen und wir haben auch einige Ausnahmen von der Regel kennengelernt, aber man muss doch konstatieren, dass der Prager an sich Touristen gegenüber eher missgestimmt scheint. Übrigens auch, wenn man es erst gar nicht mit Deutsch versucht, sondern wie wir konsequent nur Englisch spricht und selbst ständig dabei lächelt.
Ansonsten war es wie immer sehr interessant zu entdecken, welche Unterschiede in einem mir bisher unbekannten Land so herrschen. Von der Sprache ganz zu schweigen, denn wenn man nur Englisch und ein paar Brocken Französisch beherrscht, versteht man wirklich kein einziges Wort und kann auch von Geschriebenem wie auf Schildern nichts ableiten. Tschechen scheinen übrigens sehr auf „Das Beste der 80er und 90er“ zu stehen, denn zu jeder Gelegenheit, zum Beispiel in Geschäften, auf der Straße, in Restaurants und eigentlich überall tönt einem Plastikblubberlutsch von Eurodance a la „Barbie Girl“ bis hin zu den unvermeidlichen Modern Talking entgegen. Kuriositäten gab es einige, dass würde hier zu weit führen. Was mir u.a. im Gedächtnis geblieben ist, ist eine der Damen, die morgens im Hotelfrühstücksraum den Kaffee ausgeschenkt hat. Das sie ähnlich aussah wie ein Mitglied der „Addams Family“ ist geschenkt, dafür kann sie nichts. Allerdings hatte sie keinen anderen Gesichtsausdruck drauf wie den von Angela Merkel wenn sie richtig schlecht gelaunt ist. Wenn man denn Glück hatte, stoppte sie einmal pro halbe Stunde am eigenen Frühstückstisch und bellte in schnarrend-zackigem Ton „KOFFI?“ Ich habe mich nicht getraut, ihr zu winken, wenn meine Tasse leer war … ;-) Oder unser Casino-Besuch – Gleich am Empfang prangte unübersehbar ein großes Schild auf dem Tresen: „Dear Guests, please leave your Guns with the Security Personal“
SIGHTSEEING
Wenn man in etwa wissen möchte, was sich in Prag anzusehen lohnt, sollte man sich Zeit nehmen und Reiseliteratur oder eine der vielen Webseiten über diese Stadt studieren. Hier kann und will ich nur kurz darauf eingehen, dass Prag einfach eine wunderschöne Stadt ist, die an fast jeder Ecke Bauwerke zu bieten hat, die einem den Mund offen stehen lassen. Fast waren die Ansichten schon so verschwenderisch und geballt, dass man sich in einem gut gemachten Vergnügungspark wähnte. Wir waren fünf Tage in der Stadt, was für die Hauptsehenswürdigkeiten sicherlich ausreicht. Wenn man aber auch abseits der üblichen Touristenpfade Dinge entdecken oder einfach tiefer eintauchen will (zum Beispiel Museen und Kirchen besuchen etc.), dürfen es unserer Ansicht nach ruhig auch ein paar Tage mehr sein. Der Altstädter Ring mit dem Rathausturm und der Teynkirche sollte natürlich eins der ersten Ziele sein, dicht gefolgt von der in der Nähe befindlichen Karlsbrücke. Aber schon allein für die Prager Burg mit St. Veits Dom und das sie umgebende Viertel Hradschin ist ein Tag, wenn man denn alles genau sehen und auch einmal ein Päuschen machen will, fast zu wenig. Auch auf der sogenannten Kleinseite („Mala Strana“), also dem linken Moldauufer, ist ein ganzer Tag sicherlich eng gerechnet. Das Jüdische Viertel, die Neustadt, der Eiffelturmnachbau, der Fernsehturm, die Festung Vysehrad – es stand soviel auf dem Programm, dass wir längst nicht alles geschafft haben.
Übrigens: Wer ein Verehrer von Franz Kafka ist (ich bin es leider nicht), dürfte sich in Prag überaus wohlfühlen. An jeder Ecke finden sich Spuren des Autors, sei es eine seiner zahlreichen Wohnungen, Stammcafés, Lieblingsrestaurants oder die Straßenecke, an die er in einer lauschigen Sommernacht besoffen hingepinkelt hat ;-) .
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Altstädter Ring |
Astronomische Uhr am Altstädter Ring |
Weihnachtsmarkt auf dem Altstädter Ring / Blick auf die Nikolauskirche |
Weihnachtsmarkt auf dem Altstädter Ring / Blick auf die Teynkirche |
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Weihnachtsmarkt auf dem Altstädter Ring / Blick auf den Rathausturm |
Karlsbrücke von der Kleinseite aus |
Mond über der Karlsbrücke |
Malen auf der Karlsbrücke - bei -10°C |
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Karlsbrücke Richtung Kleinseite |
Karlsbrücke und Burg bei Tag ... |
... und in der Dämmerung |
Karlsbrücke in der Dämmerung 1 |
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Karlsbrücke in der Dämmerung 2 |
Stirb, Unheiliger! Überbordende barocke Pracht im St. Nikolaus Dom |
Der jüdische Friedhof - 20.000 Gräber auf dem Raum eines Fußballfeldes |
Neues Nationaltheater - Die Prager nennen es "gefrorene Pisse". Passt! |
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Wachhabende am Eingang zur Burg |
Nein, nicht der Kölner Dom, sondern der Veitsdom auf der Burg |
Schild am Eingang zum Veitsdom - Suchbild: Was haben Spaßvögel hier verändert? |
Das Mucha-Fenster im Veitsdom -
Jugendstil galore! Sehr beeindruckend. |
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Ikone im Veitsdom
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Das Grab des heiligen Nepomuk im Veitsdom Ein wenig übertrieben haben die ja schon ... |
Sakrale Pracht in der Wenzelskapelle
im Veitsdom |
Alte Gesetzbücher in einem Burggebäude
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Diese Statue in der Georgsbasilika (Prager Burg) fertigte ein Mörder aus Reue von seinem halb verwesten Opfer an |
Eingang zur Burg vom Hradschin aus
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Kafkaesk - Blick auf Statue im Licht der untergehenden Sonne von der Burg aus in Richtung Hradschin |
Blick auf einen Teil der Prager Burg - Archi-tektonisch passt hier nicht viel zusammen, jeder Herrscher baute nach Lust & Laune |
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Der Garten der deutschen Botschaft: "Wir sind heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise ..." |
Die Prager Burg von der deutschen Botschaft aus gesehen
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Wegfindung im Schneetreiben
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Viele Metro-Stationen sind immer noch im Seventies-Style |
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Marionetten und den Maulwurf gibts
an jeder Straßenecke
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Denkmal für die Opfer des Kommunismus
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Clementinum
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Sehr geiles Plakat
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Architektonisches Sammelsurium
an der Teynkirche
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Moderrne Architektur ist selten -
wie hier beim "tanzenden Haus"
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Ein bisschen Geschichte: Rechts wohnte Vaclav Havel, in dem Turm links saßen die Spione und hörten ihn ab. |
Die John Lennon Gedenkmauer -
Warum eigentlich ausgerechnet in Prag?
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AUSGEHTIPPS/PREISE
Wie immer hatte ich mich vorher in Reiseberichten gut informiert, um Touristennepp aus dem Weg zu gehen und auch ein paar typisch tschechische Lokalitäten entdecken zu können. Wichtig ist – das sagen alle, und es ist auch so – dass zu neunzig Prozent alle Restaurants/Bars/Cafés in der direkten Nähe der Hauptsehenswürdigkeiten Nepp sind. Auch wenn die Angebote auf den Tafeln etwas anderes versprechen, teuer wird es trotzdem. Entweder der Kellner schlägt verbotenerweise eigenmächtig Trinkgeld auf, erfindet eine „Bringpauschale“ oder es werden einfach Dinge auf die oft handschriftliche Rechnung geschrieben, die gar nicht konsumiert wurden. Und: Das Prag billig ist, darf inzwischen ruhig vergessen werden. Die Preise nähern sich immer mehr an die der anderen europäischen Metropolen an. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, und wer suchet der findet. So konnten wir in einigen echte Perlen einkehren und waren auch immer zufrieden bis sehr zufrieden.
Hier also die Ausgehtipps (zur Erinnerung: alles Stand Dezember 2010):
Cafés
Café Franz Kafka, Siroká 12/64 im jüdischen Viertel.
Gemütliches kleines, leicht angeranztes Kaffee mit nettem Flair, tollem türkischem Kaffee und empfehlenswertem Apfelstudel.
Kavárna Obecní dum, Náměstí Republiky 5 in der Altstadt, nahe dem Pulveturm.
Unglaubliches Jugendstilcafé mit verschwenderischer Deko. Man fühlt sich wie in den 1920er Jahren. Die Preise sind recht hoch, die Kuchen und Torten aus eigener Herstellung aber absolut wert! Der „Tortenbeauftragte“ fährt mit einem Servierwagen voller Leckerkram an den Tischen vorbei und präsentiert seine Auslage ausführlich und auch auf Deutsch. Muss man gesehen (und gegessen) haben.
Restaurants
Tri Stoleti, Misenska 4, auf der Kleinseite in der Nähe der Karlsbrücke.
Modern und trotzdem gemütlich, sehr freundliches Personal und sehr leckeres Essen. Das einzige Restaurant, in dem wir zweimal waren. Die Karte ist bunt gemischt und bietet eine Cross-Over-Küche aus Tschechisch, Italienisch, Deutsch, Österreichisch und mehr. Das einzige kleine „Manko“: Die Bedienung ist super schnell, kaum ist der letzte Krümel vom Teller abgekratzt, wird schon abgeräumt und es geht sofort weiter.
Durchschnittspreis für zwei Personen zusammen inklusive Vor-, Haupt- und Nachspeise plus je ein großes Getränk: 30 bis 35,- EUR.
U Vojáčků, V lesíčku 93/8, auf der Kleinseite.
Einfaches und relativ modern-gemütliches tschechisches Restaurant, in das auch wirklich Tschechen einkehren. Große Auswahl auf der Karte, große Portionen, bodenständig und lecker. Aber Achtung: Rechnung kontrollieren (sie ist handschriftlich) bzw. vorher merken, was man für wie viel Kronen bestellt hat. Wir sind definitiv leicht betuppt worden, aber da wir aufgrund der kleinen Preise ordentlich zugeschlagen haben, konnten wir nicht mehr nachvollziehen, was was auf der Rechnung war.
Durchschnittspreis für zwei Personen zusammen inklusive Vor-, Haupt- und Nachspeise plus je drei große Getränke und Kaffee und Schnaps: 40,- EUR (wahrscheinlich weniger wenn man aufpasst ;-) ).
Ristorante Carmelita, Újezd 403/31, auf der Kleinseite
Gemütlicher (im Untergeschoss) Italiener, der ordentlich große und leckere Pizzen und andere italienische Leckereien serviert. Guter Durchschnitt, große Portionen.
Durchschnittspreis für zwei Personen zusammen inklusive Vor- und Hauptspeise plus je zwei große Getränke und Schnaps: 25 bis 30,- EUR.
NOI, Újezd 409/19, auf der Kleinseite
Ein sehr moderner und dennoch gemütlicher Thailänder gleich neben dem „Carmelita“. Das einzige Mal (!) das wir in fünf Tagen Prag nicht von schlechten Pop der letzten Jahrzehnte beschallt wurden. Hier wirkt alles sehr neu, edel und hip – passend dazu Ambient-Mucke aus den Lautsprechern. Sicherlich eine der gehobeneren Prager Adressen, vor allem für die oberen Zehntausend der Stadt (von denen wir ein paar bewundern durften). Freundliche Bedienung mit perfektem Englisch, sehr (sehr!!) leckere thailändische Küche (in die man aus dem Gastraum durch eine Glasscheibe hineinsehen kann). Absolute Top-Empfehlung!
Durchschnittspreis für zwei Personen zusammen inklusive Vor-, Haupt- und Nachspeise plus je zwei große Getränke und Kaffee: 35 bis 40,- EUR.
Bars/Kneipen
AghaRTA Jazz Club, Zelezná 16, in der Altstadt
Klar, dass man in Prag auch einen der zahlreichen Jazzclubs gesehen haben muss. Wir haben uns einen der ältesten der Stadt ausgesucht, in dem jeden Abend Konzerte gegeben werden. Das Agharta ist sehr urig in einem tiefen Felsenkeller gelegen. An der relativ kleinen Bar im Vorraum kann man sich das Konzert auf einem Bildschirm ansehen, möchte man in den „Konzertkeller“, waren (an diesem Abend) 200,- Kronen Eintritt pro Person fällig (etwa 8,- EUR). Die Atmosphäre ist einmalig, der Klang toll, das Bier recht günstig (ca. 2,- EUR für 0,5l).
Scheisse Katze, Chodská 18, Neustadt
Ja, der Laden heißt wirklich so und geht auf einen TV-Sketch zurück, in dem zwei tschechische Komiker an einem Deutschkurs verzweifeln und nur „Scheisse Katze, Schwein, Hund!“ ordentlich aussprechen können. Die Kneipe ist recht klein, hat Wohnzimmeratmosphäre und ist mit alten Sesseln, Stühlen und Sofas ausgestattet. Ganz gemütlich, aber nichts besonderes. Viele Katzenfiguren fehlen natürlich nicht und die Preise sind in Ordnung.
U Černého vola (Zum Schwarzen Ochsen), Loretánské náměstí 1, in der Nähe der Burg
Urige und typische Prager Pivnice (Bierstube), in der wir die einzigen Touristen waren. Ohne Wörterbuch ist man mit der Speisekarte verloren, aber „Pils!“ kann jeder bestellen. Frisch gezapft vom buckligen, grimmig guckenden Thekenmann mit Schürze, wird einem quasi unaufgefordert immer weiter ein halber Liter Krug voll mit leckerem „Kozel“ vor die Nase geknallt – und das für knapp einen Euro pro Krug. Beim Essen geht es ab fünf Kronen (also etwa 20 Cent) los, dafür bekommt man eine Salzgurke oder ein Sol-Ei. Wir haben uns aber nur aufs Trinken beschränkt. Nachmittags. Um vier. (Hicks!)
Café Franz Kafka |
Kavarna Obecni dum |
AghaRTA Jazz Club |
Scheisse Katze! |
Zum schwarzen Ochsen |
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