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__==  PORTUGAL 2011  ==__



(Ganze Karte in neuem Fenster öffnen - Klick!)

ENDLICH
URLAUB!


Unser "großer" Urlaub in diesem Jahr stand unter dem Motto: Suche nach dem verlorenen Sommer". Den man erinnere sich:
Der Sommer 2011 war in Deutschland seinen Namen nicht wert.
In Portugal haben wir ihn an den meisten Tagen wiedergefunden. Und natürlich noch viel, viel mehr als das ...

Der Plan: 14 Tage, in denen wir Lissabon und die Algarve kennenlernen und eine Woche an der „Silberküste“ nördlich der Hauptstadt verbringen wollen. Wir starten in der Hauptstadt (Karte "A", 4 Tage). An der Algarve haben wir uns anschließend das Städtchen Lagos als Ausgangspunkt für Ausflüge und Strandurlaub ausgesucht (Karte "B", 3 Tage). Die Silberküste wollen wir zu guter Letzt von Sao Martinho do Porto aus erkunden (Karte "C", 7 Tage).
Planhelfer: Dumont Reiseführer Portugal, ADAC-Reiseführer Lissabon, viele Webseiten
Auto: Mietwagen von Avis
Wir sind: Meine Freundin Rebekka und meine Wenigkeit
Reisezeit: 10.09.-24.09.2011



Übrigens:
Ich bin faul und nehme mir daher die Freiheit, mir alle Akzente auf den Buchstaben zu schenken. Portugiesisch ist mir einfach zu kompliziert.
Wer über Orte in diesem Bericht etwas nachgoogeln möchte, kann dies auch ohne Akzente tun ;-)


UND NOCH EIN WORT ZU DEN FOTOS:
Die Thumbnails stellen teilweise nur Ausschnitte dar!
Jedes Foto öffnet sich auf Klick in seiner vollen Größe.
Panorama-Fotos sind extra gekennzeichnet.


TAG 1, Samstag, 10.09.11
Lissabon
Wetter: 27 Grad, bedeckt, später sonnig

Der Flug von Köln verläuft unspektakulär, um 13.00 Uhr landen wir pünktlich in Lissabon. Beim Anflug sind wir durch eine Wolkendecke getaucht, die tief über Lissabon hängt. Ja wie jetzt?! Vom Flughafen in die Stadt entern wir den Aerobus, der praktischerweise direkt vor dem Terminal abfährt und 3,50 EUR pro Nase verlangt. Am Rossio in der Stadtmitte angekommen wird erst mal die Lage gecheckt. Irgendwo in der Nähe muss unsere Ferienwohnung sein, aber wo? Die Straße ist auf der Karte nicht zu finden. Vor einem Restaurant fragen wir den Kellner, der zuckt aber nur mit den Schultern und ruft den Koch. Auch dieser bedauert, ruft aber dafür den Chef. Wenig später stehen alle drei mit der Karte in der Hand vor dem Laden, rätseln und debattieren. Am Ende springt der Koch auf die Straße, um ein heranfahrendes Tai anzuhalten und hält dem Fahrer unsere Karte unter die Nase. Aber auch der hat nie von unserer Straße gehört. Wir bedanken uns bei allen für die freundliche Hilfe und ziehen ein paar Sekunden lang weiter, bevor uns 30(!) Meter vom Restaurant entfernt aus einer kleinen Nebengasse heraus das Schild entgegen leuchtet, dass wir so verzweifelt gesucht haben: Rua da Pedro Martir. In unserer Wohnung (siehe Kasten „Unterkünfte“) warten die Vormieter, ein nettes italienisches Pärchen, gerade auf die portugiesische Vermieterin, um die Kaution zurückzuerhalten und abreisen zu können. Wir rufen die Vermieterin Sandra gemeinsam an und sie verspricht in zehn Minuten da zu sein. Daraus werden zwar dreißig, aber in der Zwischenzeit unterhalten wir uns nett mit Händen und Füßen mit den Italienern in einem englisch/deutsch/italienisch-Mix und erhalten ein paar Tipps für die Stadt. Sandra ist sehr nett, erklärt uns auch einiges und möchte dann die Wohnung reinigen. Wir verziehen uns derweil, schlendern über den Rossio die Rua Augusta hinab zum Praca do Comercio, Tejo-Luft bzw. Meerluft schnuppern. Schön da unten. Auf dem Weg zurück zum Rossio halten wir in einem Straßencafé an und trinken einen Bica (quasi ein Espresso, heißt aber hier Bica). Der Nachbar am Nebentisch entpuppt sich als Berliner, der uns auch noch mit ein paar Tipps versorgt. Anschließend decken wir uns in einem Supermarkt mit ein paar Vorräten ein und dackeln zurück zur Wohnung, duschen und ausruhen. Sehr laute Musik verkürzt unser Nickerchen auf ein paar Minuten. Offenbar werden gerade die aktuellen Fussball-Ergebnisse abgefeiert und ein Nachbar beschallt die ganze Gasse. Viele Leute haben ihre Stühle auf die Straße platziert, nehmen diverse Kaltgetränke zu sich und feiern mit. Der Gemüsehändler von gegenüber tauscht dabei mit einem der Nachbarn Schlachtengesänge aus. Na hier geht ja mal was ab. Am frühen Abend ziehen wir ins Bairro Alto, wo das Nachtleben toben und die größte Restaurant-Dichte sein soll. Auf dem Hinweg kommen wir zum ersten Mal am Elevador de Santa Justa vorbei, einem Aufzug, der eine tiefer gelegene mit einer höheren Ebene der Stadt verbindet. Wir suchen länger nach einem Lokal, entscheiden uns schließlich für eines mit Straßengastronomie und stellen fest, dass unsere direkten Tischnachbarn schon wieder Deutsche sind. Das Essen ist ganz nett. Grillen können sie offensichtlich, diese Portugiesen. Salzen aber nicht so. Wir waren vorgewarnt und haben einen kleinen Notfall-Salzsstreuer am Mann, der hier erstmals zum Einsatz kommt. Danach spazieren wir langsam zurück zur Wohnung und kommen kurz vor zwölf müde dort an, zeitgleich mit der Müllabfuhr, die auch kein Problem damit hat, nachts mitten im Wohnviertel noch Glascontainer zu leeren ;-).


Abendliche Straßenszene in Lissabon

Elevador de Santa Justa

Elevador de Santa Justa

Platz in der Bairro Alto


TAG 2, Sonntag, 11.09.11
Lissabon
Wetter: 28-30 Grad, sonnig

Zu Beginn unseres ersten „richtigen“ Urlaubstages spazieren wir nach dem Frühstück zum nahen Praca Martin Moniz und setzen uns mit dem hiesigen Nahverkehrssystem auseinander. Jeder Reiseführer und jeder, mit dem wir bisher gesprochen haben, bezeichnet es als recht kompliziert. Aber eigentlich isses ganz einfach. Man kauft eine Art „Wertkarte“, auf die man verschiedene Tickets drauf laden kann. Alles geht am gleichen Automaten und dauert eine Minute. Wir entscheiden uns für das 24-H-Ticket zu je 4,50 EUR. Es gilt ab der ersten Entwertung im jeweiligen Verkehrsmittel und nicht ab dem Kaufzeitpunkt. Damit kann man alle ÖPNVs benutzen, sprich Metro, Tram, Busse und Aufzüge. Direkt am Praca warten wir anschließend auf die Tram 28. „Die“ Tramlinie in Lissabon, da sie durch die Viertel Baixa, Alfama und Bairro Alto und somit an an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeifährt. Aber selbst wenn sie das nicht täte, wäre diese eine Fahrt alleine schon das Ticket wert gewesen. Die Bahn besteht immer nur aus einem einzigen uralten Holzwaggon, wirkt wie frisch aus dem Straßenbahnmuseum geklaut und quietscht und rattert teilweise in wahnsinniger Geschwindigkeit durch die Stadt. Ohne groß beschreiben zu wollen, wie eng es dabei manchmal wird: Jedes an der Straßenseite parkende Auto an der Strecke hatte die Rückspiegel eingeklappt. Bei dem ein oder anderen hatte aber auch das keinen Erfolg. In den kurvigen Altstadtgassen braucht man manchmal nur den Finger aus einem der immer offenen Fenster zu halten, um die nächste Hauswand zu berühren. Diese Tatsache kombiniert mit der, dass Lissabon verdammt hügelig ist, macht das „Phantasialand“-Feeling der Bahn aus. Es ist echt erlebenswert, wie dieses über Hundert Jahre alte Gerät mehrere Hundert Meter eine sehr steile Gasse mit Kurven nimmt, um danach ohne Rücksicht auf Verluste den Berg wieder hinunterzuheizen. An der Endstation der 28 befindet sich der Friedhof Cemiterio dos Prazeres („Friedhof der Freuden“). Lustig geht’s da wie auf jedem anderen Gottesacker zwar nicht zu, aber sehenswert ist er allemal. Interessant fand ich die Tatsache, dass er genau über der Einflugschneise liegt und fast jeder Flieger exakt über dem Friedhof das Fahrwerk ausfährt. Aber das nur nebenbei. Wie im Süden gerne gesehen, werden die Toten hierzulande in Gruften begraben. Was wir aber bisher noch nicht gesehen haben: Die Grüfte haben Fenster. Manche mit Gardinen, manche ohne, manche schon kaputt und offen. Da stehen dann quasi die an den Gruft-Wänden gestapelten Särge offen herum. Das ist schon irgendwie schräg. Auch wenn sich in den Holzsärgen zusätzlich noch einmal ein Zinksarg mit der Leiche befindet. Woher wir das wissen? Nun, einige Holzsärge haben den Zahn der Zeit nicht überlebt und drunter kam Zink zum Vorschein. Einer dieser Zinksärge war allerdings auch nicht mehr ganz dicht, ein Rinnsal eingetrocknetes Leichenwachs belegte dies eindrucksvoll (würg).
Nach dem Friedhofsbesuch geht es zurück in die 28, mit der wir uns bis zur Haltestelle Castello kutschieren lassen, um den dortigen Aussichtspunkt Miranduro de Santa Luzia zu besuchen. Nett da oben, ein schöner Rundumblick über den Tejo und die Altstadt wird einem geboten. Bergab schlendern wir zur Kathedrale Se Partiarcal, die sich außen „Hui“ und innen „Pfui“ präsentiert. Bei der kleineren Kirche San Antonio ein paar Meter weiter den Berg hinab ist es genau umgekehrt. Gegenüber liegt ein Bäcker, bei dem wir uns mit Kaffee und Backwaren eindecken, um auf einem kleinen Platz mit Brunnen ein wenig zu picknicken. Rebekka ist besonders „mutig“ und probiert ein Teilchen mit dem Standard-Nahrungsmittel der Portugiesen: Bacalhau (Stockfisch). Zurück im Stadtzentrum dann ein kleiner Fotostopp am Baixa Praca do Comercio, wo wir gestern schon mal waren. Anschließend bewundern wir am dortigen Denkmal gegenseitig unsere eindrucksvollen Sonnenbrände und schleichen im Schatten der Straßen zum Stadtaufzug Elevador de Santa Justa. Von einem Schüler Gustave Eiffels 1902 erbaut, fährt einen das uralte Ding auf eine höher gelegene Ebene der Altstadt hoch. Soviel nochmal zum Thema „Höhenunterschiede“. Für die Ausichtsplattform ganz oben sind 1,40 EUR fällig, aber die lohnen sich! Dort wartet heute allerdings auch ein dubioser Typ auf Touris, der allen (!!) Frauen, die die Plattform betreten, die Hand auf den Bauch legt und sie fragt, ob sie schwanger sind. Leider habe ich in meinem Foto-Wahn gar nicht mitbekommen, wie er Rebekka angetatscht hat sondern bekam es erst später erzählt … Anschließend gibt er sich wohl sehr auskunftsbereit und redseelig um sich so ein bisschen Kleingeld zu verdienen. Was für eine dämliche Masche!
Wir kraxeln weiter die steilen Gassen hinauf, um noch einen Blick in die Kirche Sao Roque zu werfen. Selten einen solchen Pomp gesehen, unglaublich! Hier lasse ich lieber mal Bilder sprechen. Von unser Vermieterin bekamen wir noch den Tipp, den Aussichtspunkt Miranduro Santa Catarina zu besuchen. Ist nicht ganz leicht zu finden, aber wenn man Einheimische nach „Adamastor“ fragt (einer Bar in der Nähe), weiß jeder Bescheid. Er liegt aber auch direkt gegenüber dem Pharmacie-Museum. Einen schönen Tejo-Blick gibts hier, bis weit hinter die Brücke des 25. Aprils und auf die Jesus-Statue. Und weil es ja schon nach 19 Uhr ist, genehmigen wir uns ein eiskalte paar Bier vom Kiosk.Dabei mischen wir uns unter die lustige Melange an Menschen auf diesem Platz: alte und uralte Portugiesen, junge extrem Alternative so, mit der unvermeindlichen Bongo und so (und Gitarre, Alter!) und sehr vielen Immigranten verschiedenster Abstammung. Wir scheinen die einzigen Touris zu sein. Leicht angebrütet geht's mit der 28 zum Rossio, um total ausgehungert im Gasthaus zum goldenen „M“ einzufallen. Es muss heute einfach nur schnell gehen und satt machen. Wir nehmen unser Abendbrot auf einer Bank am Rossio ein, begucken uns dabei das Abendrot und den Brunnen. Abschließend schleppen wir uns noch zum Café „Nicola“ am Rossio, einem sehr bekannten und sehr stark frequentierten Etablissement, um den mittlerweile gesunkene Alkohol-Level an einem Tisch vor dem Café wieder auf Vordermann zu bringen und den Tag ausklingen zu lassen. In den knapp 90 Minuten die wir dort verbringen, werden wir von 13(!) Straßenhändlern und „Künstlern“ angesprochen und um Kohle gebeten. Ist ja anfangs noch lustig, nachher nervt es aber nur noch. Ich WILL abends um 22 Uhr beim gepflegten Bier weder überteure Riesen-Sonnenbrillen, noch Glitzerringe, echt echte Rolex und auch keinen Shit kaufen. Von den „Künstlern“ die vorbeikamen, um vor dem Café ihre Zehn-Minuten-Performance hinzulegen konnte auch keiner was. Wer braucht die 1000ste „My Way“-Version auf einem alten Akkordeon in schlecht? Lediglich die Feuerjongleure waren echt gut. Denen hätten wir auch gerne was gegeben, kam aber keiner von ihnen mit dem Klingelbeutel an unserem Tisch vorbei, zis! Zurück in der Wohnung lauschen wir einem kleinen Privatkonzert auf einem Platz über unserem Haus. Die Müllabfuhr kommt wie es sich anscheinend gehört wieder pünktlich um Mitternacht und macht einen tierischen Radau. Kein Wunder, muss sie doch die ganzen unbefahrbaren Kopfsteinpflastergassen zu Fuß ablaufen und die Mülltüten per Hand einsammeln. Hausmülltonnen gibt’s hier kaum. Die meisten legen ihren Müll einfach in Plastiktüten verpackt auf der Straße ab.


Aussichten auf dem Cemiterio dos Prasades

Aussichten auf dem Cemiterio dos Prasades

Särge mit Frischluft

Blick in eine Gruft

Lecker Leichenwachs

Lissabon-Postkartenblick

Praca do Comercio

Der Rossio von oben

Sao Roque - Sakraler Pomp

Sao Roque - Decke

Sao Roque - Puttenwahnsinn

Sao Roque - Blattgold galore

Lissabons Altstadt (PANORAMA)
     


UNSERE UNTERKÜNFTE

Lissabon
Zentraler ging es nicht: Unsere Wohnung lag fast direkt am Rossio mitten im Zentrum in einer der Altstadt-Kopfflaster-Gassen in einem hohen, schmalen Haus mit mehreren Parteien im dritten Stock. Eine sehr gute Ausgangsbasis, um die Stadt zu erkunden und eine nette, kleine, helle und modern eingerichtete Wohnung. Wer gerne "mittendrin" lebt und auch etwas vom Alltag der Stadtbewohner mitbekommen möchte, ist hier richtig. Einziges Manko: Das "Bett" war unglaublich hart und hatte keine echte Matratze, fühlte sich an wie ein schlechtes Schlafsofa. Und über die eine kleine Kakerlake in der Küche wollen wir auch mal hinwegsehen, ist ja normal. Ansonsten alles sehr sauber, gepflegt und kostenloses WLan. Bis auf das Bett: Empfehlung! Wer mehr wissen will: siehe Link unten.
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Lagos
Das Hotel Valmar Villas ist ein günstiges Drei-Sterne-Hotel, dass aber mehr bietet als die Klassifizierung aussagt. Die kleinen Appartements haben zwar keine Küche, sind dafür aber riesig und mit Kaffekocher und Kühlschrank ausgestattet. Schön eingerichtete Zimmer mit Meerblick und Balkon. Das Frühstück ist OK, ein Restaurant gibt es nicht. Der Pool ist groß und sauber. Das Servicepersonal bis auf eine Aunahme sehr nett. Man braucht allerdings ein Auto, um sich in Lagos etwas zu Essen jagen zu können. Auch der Weg zum Strand macht mit dem Auto mehr Spaß (eine Minute Fahrt). Doppelzimmer gibt es ab 50,- EUR die Nacht: Empfehlung! Wer mehr wissen will: siehe Link unten.
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Sao Martinho do Porto
Sao Martinho ist hauptsächlich von englischen Feriengästen "besetzt". So hatte auch unsere Wohnung in einem der drei großen Appartementhäuser direkt am Strand britische Vermieter. Eine sehr große und moderne Wohnung, die alles bietet, was man braucht, inklusive so nützlichen Dingen wie Wasch- und Spülmaschine oder Strandstühle & Sonnenschirm. Die Aussicht ist schön, wenn man auch nur die halbe Bucht sehen kann. Das Auto parkt in der Tiefgarage unter dem Haus, von der aus man die Wohnung direkt mit dem Aufzug erreich kann: praktisch! Durch die Tiefgarage muss man unkonventioneller Weise auch, wenn man die Swimmingpools erreichen will. Wir haben sie uns nur kurz angesehen und waren nicht drin, wirkte aber alles sehr sauber. Ein kleiner Supermarkt ist gleich um die Ecke und Restaurants gibt es mehr als genug. Wer mehr wissen will: siehe Link unten. Auch hier: empfehlenswert!
Google-Maps-Link zur Wohnung (grüner Pfeil)
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Wohnung Lissabon

Lissabon: Blick aus Wohnzimmer

Hotel Valmar Villas / Lagos

Blick vom Balkon in Lagos

Wohnung in Sao Martinho: Küche

Wohnung Sao Martinho: Wohnzimmer

Wohnung in Sao Martinho: Schlafen 1

Wohnung in Sao Martinho: Schlafen 2

Wohnung in Sao Martinho: Aussicht


TAG 3, Montag, 12.09.11
Lissabon
Wetter: 30 grad, sonnig

Uiuiui, was können Waden brennen! War wohl ein bisschen viel auf und ab über Kopfsteinpflaster gestern. Aber nutzt ja nix, nach dem Frühstück geht’s um 11 Uhr zur Metro, um raus zum ehemaligen Expo-Gelände der Stadt zu fahren. Dort befindet sich nicht nur Unmengen an moderner und teils recht mutiger Architektur, sondern auch das Oceanario. Nach eigenen Angaben besitzt es mit seinem Zentral-Aquarium das größte Fischbecken Europas. Und wenn man vor diesem sieben Meter hohen und fünf Millionen Liter Wasser fassenden Trumm steht, glaubt man das auch. Wirklich beeindruckend. Haie, Tunfisch-Schwärme, ein Mondfisch, Mantas … Wir sitzen lange vor diesem unglaublichen Becken, dass man aus verschiedenen Blickwinkeln und immer neuen Ecken aus von oben und unten bewundern kann. Außerdem umfasst das Aquarium noch andere Anlagen, die den typischen Umgebungen der Arktis, des Indischen Ozeans, des Atlantiks und des Pazifiks nachempfunden sind – diese sind von oben und „unter Wasser“ zu bewundern. Viele weitere „kleine“ Becken runden die ganze Sache ab – echt lohnenswert! Nach einigen Stunden Aquarium bummeln wir noch ein wenig über das Expogelände am Tejo-Ufer, aber die vielen hellen Freiflächen tun unserem Sonnenbrand nicht wirklich gut. Also wieder ab in die Metro und zum Parque Eduardo VII. Von hier aus bietet sich uns die bisher schönste Aussicht auf die Stadt. Über den riesigen Park, seine Statuen und das Heckenlabyrinth geht der Blick bis runter zum Tejo-Ufer. Ein „Must See“, wie wir finden. Wir gehen zu Fuß den Park hinab in Richtung Rossio. Mittlerweile ist es schon nach halb sieben und es muss was in den Magen. Den füllen wir in einem „echten“ portugiesischen Ecklokal, das nicht nach Touristennepp aussieht und in dem wir gestern Abend viele Portugiesen sahen. Es gibt Schweinekotelett und Sardinen vom Grill. Ganz OK und vor allem günstig. Es folgt, obwohl die Beine schlimmer brennen als heute morgen, die unvermeidliche „Blaue Stunde und Nachtfoto“-Tour durch die Altstadt. Ergebnisse siehe unten. Danach gönnen wir uns (OK, ich mir) noch ein paar Feierabend-Bierchen in der Wohnung, inklusive Fotocheck und diesen paar Zeilen hier. Die Müllabfuhr ist heute übrigens früher unterwegs – Schon um 23 Uhr verbreitet sie einen Höllenlärm vor „unserem“ Haus, dafür bleiben sie auch fast 'ne halbe Stunde dort stehen, rattern mit zahllosen Mülleimern über Kopfsteinpflaster und werfen Flaschen in den Müllwagen. Diese Lissaboner sind wirklich schmerzfrei. Ich frag mich die ganze Zeit, was die Leute denken, die hier wohnen und morgen früh zur Arbeit müssen? Sie kennen es wahrscheinlich nicht anders und schlafen eben mit Oropax oder hören das gar nicht mehr. Schließlich kommt bei uns die Müllabfuhr auch meist am frühen Morgen, wenn viele noch schlafen. Ach, übrigens: Wer gerne mal einen dampft, kommt hier nicht zu kurz. Auf der abendlichen Fototour wurden wir mindestens ein dutzend Mal angesprochen, ob wir nicht „Haschiiisch, Maijuhanna, Schiiieet?“ kaufen wollen.


Oceanario

Oceanario

Oceanario

Oceanario

Oceanario

Expo-Gelände

Parque Eduardo VII.

Parque Eduardo VII.

Praca do Comercio

Rua Augusta Blick Praca do Comercio

Die "28" kann auch harmlos

Elevador de Santa Justa

Das ist mal ein Hauptbahnhof!


TAG 4, Dienstag, 13.09.11
Lissabon
Wetter: 32 Grad, sonnig

Um 09.30 Uhr schlappen wir rüber zum Rossio, um mein Geburtstagsfrühstück stilgerecht im Café Nicola einzunehmen. Es ist jetzt schon richtig heiß und der Rossio wuselt nur so vor Geschäftsleuten, Touris, Arbeitern und anderen Einheimischen. Nebenbei lernen wir, dass die Straßenverkäufer morgens eher Sonnenbrillen als Rosen und Armbänder anbieten. Anschließend kurz noch mal in die Wohnung zum Frischmachen und Rucksack laden und ab geht’s mit Metro und Tram in den weit westlich gelegenen Stadtteil Belem. Wir hoppen am Cais do Sodre noch kurz aus der Bahn, um einen Blick in die Markthalle zu werfen. Leider sind wir schon spät dran und es haben nicht mehr viele Fisch-, Fleisch- und Gemüsehändler was in der Auslage zu bieten. Also auf zum nächsten Programmpunkt, dem Kloster Mosteiro dos Jeronimos. Selbiges ist eine unglaubliche Wuchtbrumme, wunderschön und zudem ein UNESCO-Weltkulturerbe. Zum ersten Mal kommen wir dort so richtig mit der Manuelinik in Berührung, einem portugiesischen Architekturstil, den man wohl am besten mit „Zuckerbäcker-Stil“ beschreiben kann. Unglaublich viele feine Verzierungen schmücken die Mauern des Klosters und den beeindruckenden Kreuzgang. Diesen und sämtliche andere zugänglichen Räume des Kloster erkunden wir aufs Genaueste. Trotz aller Manuelinik hat mich die Klosterkirche aber am meisten beeindruckt. Ich kann noch nicht einmal genau sagen warum, es ist einfach nur ein richtig schönes Gebäude! Der gute alte Vasco da Gama liegt übrigens auch dort begraben. Mittlerweile ist es früher Nachmittag und zurück auf der Straße stehen wir sofort wieder im eigenen Saft. Aber nicht meckern – wir wollten den verschollenen Sommer 2011 suchen, wir haben ihn gefunden! Da muss auch Schwitzen drin sein. Das tun wir ordentlich auf dem Fußweg zum „Denkmal der Entdeckungen“, dem Padrao dos Descobrimentos. Es stammt aus den 1960er Jahren, also der Zeit der Diktatur unter Salazar. Dementsprechend monumental ist es ausgefallen, aber durchaus nett anzusehen. Den Weg hinauf sparen wir uns aber, denn in der Ferne leuchtet uns schon der Torre de Belem entgegen, das Wahrzeichen Lissabons überhaupt. Dumm nur, dass von unserem Standpunkt aus bis dahin etwa zwei Kilometer zu bewältigen sind, ohne auch nur einen Hauch von Schatten am Wasser entlang. Also erst mal zum nahen Italiener und ein Geburtstags-Eis gegönnt ;-) Danach begießen wir uns noch ein wenig gegenseitig mit eiskaltem Wasser und nehmen den Marsch zum Torre auf. Zum Glück, denn ansonsten hätten wir ein Highlight des Urlaubs verpasst. Rund um den alten Wehrturm tost schon ein wenig die Brandung, der offene Atlantik ist ja auch nur noch ein paar Kilometer entfernt. Der Turm selbst bietet von innen außer tollen Ausblicken auf die Brücke des 25. April und die restliche Umgebung jetzt nicht wirklich viel, bis auf den Kerker im Untergeschoss. Aber das ganze Bauwerk ist eben einfach nur nett anzusehen! Wir sitzen lange hier und da und bewundern den Torre von allen Seiten, während die Sonne immer tiefer sinkt und das Licht immer schöner wird … und der Hunger immer größer. Also los zur Tram und ab in die Altstadt, um sich ein Abendessen zu jagen. Wir landen im Restaurant „560“. Kurz – Essen lecker (aber eher „Haute Cuisine“-Portionen), Service unfreundlich. Ziemlich geplättet nehmen wir die Achterbahn-Tram 28, um uns noch einmal im Dunkeln durch die Altstadt rappeln zu lassen. Am Platz Martin Moniz kurz vor unserer Wohnung steigen wir aus und erleben noch ein spontanes Konzert einer Samba-Truppe. Mitten auf dem Platz. Um 22.30 Uhr. Direkt vor einem großen Hotel. Na dann gute Nacht.


Kloster in Belem (PANORAMA)

Klosterkirche Belem

Klosterkirche Belem

Kreuzgang Belem

Kreuzgang Belem

Kreuzgang Belem

Denkmal der Entdeckungen

Torre de Belem

Torre de Belem

Torre de Belem


TAG 5, Mittwoch, 14.09.11
Lissabon-Lagos
Wetter: 32 Grad, sonnig

Jeder einzelne längere Urlaub, so will es Murphy's Law, hat seinen „Schwarzen Tag“. So war es bei mir/uns in den letzten Jahren zumindest immer. Als ich heute morgen wach wurde und mir beim schlagen nach dem Wecker (!) erst mal zünftig den Rücken verrissen habe, hätte ich gewarnt sein müssen. Nachdem wir unser Frühstück mit frischen „Pasteis de Belem“ in der Wohnung gemümmelt haben, ist aufräumen und packen angesagt. Macht zwar mit Rückenschmerzen noch weniger Spaß, aber nutzt ja nix. Wir müssen schnell zum Flughafen, um dort unseren Mietwagen abzuholen. Weil ich in meinem Zustand (man wird ja nich jünger) keine Lust darauf habe, mit dem Gepäck zum Bus zu schleppen, ziehen wir zum nächsten Hotel, tun dort so, als wären wir dessen Gäste und lassen uns vom dortigen Concierge hübsch ein Taxi vor unsere Nase wedeln und die Koffer einladen ;-) Der Taxifahrer ist sehr freundlich und hält uns in einem kaum verständlichen Englisch einen Vortrag darüber, wie ehrlich er sei und dass der Aerobus den Taxis ja das ganze Geschäft kaputt mache und das er der ehrlichste Fahrer überhaupt sei und alles so billig und überhaupt. Tatsächlich – die Fahrt mit dem Taxi war nur einen ganzen Euro teuer als der Bus und ging viel schnellerz. Die Formalitäten am Mietwagen-Terminal von Avis sind relativ schnell erledigt und nach einer halben Stunde sitzen wir in einem fast fabrikneuen Toyota Yaris, der uns in den kommenden zehn Tagen durch Portugal düsen soll. Hat er auch gut erledigt, den Job. Zumindest bis ins Alentejo, kurz vor Almodovar. Eigentlich war alles (bis auf den Rücken ;-) ) perfekt. Die A2 präsentierte sich als die absolut leerste Autobahn, über die ich je gefahren bin. Ohne Quatsch – Alle drei bis fünf Minuten ein Auto, ansonsten immer alleine auf dem Teer. Rage against the Machine dudelten aus dem CD Player, draußen 34 Grad, im Auto klimaanlagengekühlte 24 Grad, den Atlantik und die Algarve schon in der Nase …. da prescht plötzlich diese verdammte Katze direkt aus dem Mittelstreifen heraus und genau vor unseren linken Vorderreifen. Keine Chance zu bremsen oder auszuweichen bei 140 km/h. Es knallt einmal fies, bye bye Kittie, und wir haben einen kleinen Schreck in den Knochen, immerhin haben wir selbst eine Mietze zu Hause. Nachdem wir uns eingeredet haben, dass es sich bei einer derart menschenleeren Autobahn nur um eine Selbstmord-Katze handeln konnte bemerke ich, dass die Leistung des Yaris doch ziemlich nachlässt. An der nächsten Raststätte mitten im Nirgendwo fahren wir ab und begutachten die Front des Autos. Die Plastikverkleidung unter dem Kühler hängt fast bis auf die Straße und irgendetwas tropft unheilsvoll aus dem Motorblock. Beim Begutachten des Schadens fällt mir auch noch die Kühlerhaube auf die Nuss. Besser nicht weiterfahren und die Notfallnummer von Avis angerufen, die wir vor knapp anderthalb Stunden mit den Unterlagen zusammen erhalten haben. Na super! Immerhin wird uns kompetent am Telefon weitergeholfen. In den nächsten 30-45 Minuten schicke man ein Taxi, dass uns zur nächsten Avis-Station bringen solle, wo wir dann ein weiteres Auto erhalten würden. Zwischenzeitlich warten wir in der Bruthitze im Schatten der Raststätte. Das der einzige Getränkeautomat, der eisgekühltes verkauft, unsere Münzen nicht fressen will ist ja klar. Das Taxi kommt nach einer Stunde gemeinsam mit einem Abschleppwagen auf die Raststätte gefahren. Die beiden netten Kautze aus beiden Gefährten sprechen zwar kein Wort Englisch, aber wir verstehen uns auch so irgendwie. Der Taximann fährt uns bis Albufeira zur Avis-Station, immerhin nur 40 Minuten von unserem Ziel Lagos entfernt. Und die Maut haben wir auf diesem Weg auch gespart ;-) Bei Avis in Albufeira weiß man allerdings noch nix von uns, dass hatten wir uns ein bisschen anders vorgestellt. Also erst wieder die Story runterbeten, 1000 Papiere unterschreiben, einer Menge Telefonaten lauschen und dann sitzen wir endlich, endlich in unserem Mitsubishi Colt (leider kein Fast-Neuwagen mehr) und düsen gen Lagos. Jetzt können wir nur noch hoffen, dass mit der Rundum-Sorglos-Vollkasko Versicherung, die wir bei unserem deutschen Mietwagenvermittler abgeschlossen haben, auch alles gut läuft, wenn wir wieder zuhause sind.
Wir kommen um halb sechs an unserem Hotel in Lagos an, immerhin nur zweieinhalb Stunden später, als wir ursprünglich geplant hatten. Das Haus (siehe Kasten „Unterkünfte“) gefällt uns, der Kerl an der Rezeption ist supernett und wir ziehen nach dem Einchecken erst mal an den Pool mit Meerblick, um uns mit ein bisschen planschen und einem kühlen Sagres (dem lokalen Bier) von dem blöden Nachmittag zu erholen. Als die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwindet, fahren wir zum eine Minute entfernten Strand und genießen das Abendrot und die türkisgrünen Wellen, die mit beachtlicher Kraft an den Strand bollern. Klar holen wir uns dabei noch nasse Hosen ;-) Hotel, Meer und das wirklich leckere Abendessen in einer Pizzeria in Lagos, bei der man sich seine Pizza selber zusammenstellen kann, versöhnen uns wieder mit dem Tag. Nach einem Bier auf dem Balkon geht es dann begleitet von Zikadengezirpe und einer lauen Brise in die Koje.


Katze putt, Auto putt


TAG 6, Donnerstag, 15.09.11
Lago-Costa Vicentina-Lagos
Wetter: 26-30 Grad, erst diesig, dann sonnig

Wie, die Sonne kann hier auch mal nicht scheinen? Tatsächlich, als ich aufgrund von nach wie vor akutem Rücken aus dem Bett gerollt und zum Balkonfenster gewankt bin, zeigt sich der Himmel diesig grau. Erst geht es aber mal ab zum Frühstück. Wer morgens auf viel frisches Obst und Cerialien-Kram steht, ist in diesem Hotel hier bestens aufgehoben. Will sagen – Rebekka hat Kirmes und ich ein Standard-Frühstück mit Brötchen, Wurst & Käse. Danach machen wir uns für den Tagesausflug fertig, der uns an die Costa Vicentina führen soll. Wir starten von Lagos aus über die N125 in Richtung Sagres. Nach ein paar Kilometern drehen wir rechts bei, da unser Reiseführer die an der Straße gelegene Kapelle Nossa Senhure de Guadaloupe als lohnenswertes Ziel ausweist. In diesem kleinen Kirchlein aus dem 13. Jahrhundert soll Heinrich der Seefahrer regelmäßig Stoßgebete in den Äther geschickt haben. Der Kirche, nein, eher der Kapelle, ist ein Museum angeschlossen, das für seinen Besuch 2,- EUR haben möchte, inklusive Besichtigung des Gotteshauses. Wir schließen uns einem kleinen Grüppchen von Touristen an, das gerade aus dem Museum stiefelt und latschen einfach hinterher, um einen Blick in die Kapelle zu werfen. Nach etwa zwei Minuten sind wir wieder draußen. Wer ein großer Fan vom guten Heinrich ist, der sollte sich dessen Hauskirche auf jeden Fall mal anschauen, ansonsten sieht man eben weiße Wände, ein paar Holzbänke und einen kleinen Altar. Also weiter die N125 entlang zum Capo Sao Vicente. Die Klippen bilden das südwestlichste Ende von Festland-Europa und sollen neben diesem Fakt auch noch sehr sehenswert sein. Dachten auch viele Hundert andere: Die Schlange der geparkten Autos links und rechts der Zufahrt hat schon bedrohliche Ausmaße angenommen als wir dort ankommen. Auf dem Weg zum Leuchtturm des Kaps leuchten uns schon die Touri-Abfangbuden entgegen. Am schlimmsten finden wir die riesig in Deutsch (und nur in Deutsch) beschriftete Imbissbude „Letzte Bratwurst vor Amerika“. Ansonsten kann man dort oben noch Schafwollpullis (!) und den üblichen anderen Nepp kaufen. Im Innenhof des Leuchtturmgeländes wird es nicht besser. Ein Café, ein Imbiss, etc. Nix wir raus hier und am Rand des Leuchtturms ab in die Felsen. Nur wenige Leutchen tapsen dort herum und man hat tolle Aussichten auf die letzten Felsbrocken vor dem großen, bis Amerika reichenden Blau, das malerisch dagegen spritzt. Auf dem Weg hinab passieren wir die Gedenkplatte für einen Mann aus Essen, der dort 2001 mit 27 Jahren abgestürzt ist. Die Platte ist „Als Mahnung gedacht für alle, die sich hier nicht auskennen“ (O-Ton). Bei uns hat's geholfen, wir gucken noch ein bisschen vorsichtiger auf jeden Schritt. Während wir das Panorama genießen und in vielen Bildern festhalten, lässt sich sogar ein wenig et Sönnchen blicken. Länger als eine Stunde verbringen wir in den Felsen und gucken. Beeindruckend auch die Angler, die sich noch bis auf den kleinsten Vorsprünge wagen, um dort ihre mindestens 60 Meter langen Schnüre (so hoch sind die Klippen) auszuwerfen. Unser besonderes Highlight war aber ein mittelaltes deutsches Pärchen, dass in FlipFlops(!) und Barfuss(!!) bis auf den äußersten Vorsprung der scharfkantigen Steine kraxelte, um sich dort zu umarmen und wild in der Gegend zu gestikulieren, und sich gegenseitig Dinge zeigte. Mutig oder dämlich? Wohl eher Letzteres.
Auf Nebenstraßen geht es anschließend gen Norden in Richtung Carrapateira. Außer trockenen Büschen, rotgelbem Sand und ein paar Kakteen gibt es hier nicht viel. Ab und an läuft uns ein räudiger Köter über den Weg, hier und da passieren wir verlassene Bauernhäuser. So sieht also das Hinterland dieser ausgewiesenen Touristenregion aus. Über die N268 erreichen wir hinter Carrapateira die Abzweigung zur Praia da Bordaira. Zuerst wandern wir auch hier auf die Klippen und genießen das Wahnsinns-Panorama. Hier ist viel mehr Bewegung im Wasser als noch am Kap eben, die Wogen türmen sich meterhoch auf und tosen an die Felsen und den angrenzenden Strand. Kein Wunder, dass das hier als Surfer-Mekka gilt. Höhere Wellen hat auch Rebekka noch nie gesehen, und sie war immerhin schon mal auf Hawaii. Als wir uns sattgesehen haben, inzwischen brennt auch die Sonne wieder ordentlich, fahren wir runter zum Strand. Der ist vom Parkplatz aus aber nur durch ein Priel zu erreichen, das sich aber problemlos knietief durchwaten lässt. Je näher wir dem Strand und diesen Wahnsinnswellen kommen, umso mehr fällt uns auf, dass das Wasser immer stärker in die Richtung drängt, aus der wir gekommen sind, Wir sind noch nicht ganz am Strand, da kommt uns eine kleine Armada an Surfern entgegen, die offensichtlich zum Parkplatz will. Da auch wir keine Lust haben, schwimmend zum Auto zurück zu müssen, treten wir seufzend den Rückweg an. Was gut war, denn das noch vor 20 Minuten knieftiefe Wasser ist jetzt fast hüfthoch. Zurück im Auto steuern wir die N120 an, die uns wieder nach Lagos bringen soll. Die Landschaft hat sich inzwischen völlig verändert und erinnert uns sehr an Korsika. Grüne Hügel, viele mediterrane Bäume, Kräuterduft in der Luft und hier und da ein verlassenes Haus oder ein Autowrack ;-) Hier gefällt's uns! Zurück im Hotel planschen wir noch etwas im Pool und decken auf der Sonnenliege unsere monströsen Sonnenbrände ab, die wir uns heute an allen unbedeckten Stellen eingefangen haben. Wegen des Anfangs bewölkten Himmels müssen wir irgendwie das eincremen vergessen haben. Nach dem Frischmachen im Hotel geht’s zum nahen „Hausstrand“, der Praia do Porto de Mos, um dort den Sonnenuntergang zu bewundern. Hat sich definitiv gelohnt, kitschig-schöner hätte es auch Caspar David Friedrich nicht hinbekommen. Zum Abendessen zieht uns eine Empfehlung in die Altstadt, allerdings versuchen wir es mit dem Auto. Wir haben bisher nur den städtebaulich großzügig bemessen Neubau-Teil von Lagos kennengelernt und verfransen uns daher in den Winzgassen des urprünglichen Fischerorts. Da wir nicht wieder zu Avis wollen, fahre ich wie auf Eiern über die superengen Kopfsteinpflastergassen und habe keinen Blick mehr für irgendwelche Restaurants. Als wir den Gassen-Dschungel hinter uns gebracht haben sind wir so froh, dass wir doch einfach wieder zu „Pizzolino“ düsen (siehe gestern). War auch wieder sehr lecker!


Nach Amerika? Immer gen Horizont!

Sogar die Schilder sind schon instabil

Brandungssuppe mit Gischt-Topping

Carrapateira

Carrapateira: Durchs Priel zum Surferstrand

Schöner Kitsch am abendlichen Hotelstrand
   


TAG 7, Freitag, 16.09.11
Lago
Wetter: 28 Grad, erst diesig, dann sonnig

Heute lassen wir es mal etwas langsamer angehen, ist ja schließlich Urlaub! Erst Mittags machen wir uns vom Hotel aus auf in die Altstadt, um dort am Kai eines der Fischerboote zu kapern, die Touristen für 10,- EUR pro Nase rund eine Stunde lang rund um Lagos schippern, auf das man die tolle Felslandschaft bewundern kann. Unser Fischer oder Ex-Fischer ist ein lustiger älterer Geselle, der ständig lacht und uns immer wieder auf portugiesisch zu erklären versucht, was sich in den gelben Felsen so alles für Tierköpfe hineindeuten lassen. Diese Bootstour ist wirklich zu empfehlen, denn die Landschaft ist grandios und so nur vom Boot aus zu sehen. Der alte Haudegen kurvt uns in seinem kleinen Vier-Mann-Nachen in die kleinsten Grotten hinein, die das Meer in die Sandsteine gewaschen hat und zeigt uns, wie darin das Wasser smaragdgrün leuchtet. Wirklich eine schöne Tour. Zurück auf dem Festland wollen wir die Altstadt von Lagos zu Fuß erkunden. Hier und da gibt es ganz nette Ecken und ein paar schöne Panoramen, alles in allem bestimmen aber Touristenläden, Cafés und Restaurants das Bild. Kann man also machen, muss man aber nicht.
Nach der Tour holen wir den Colt im Parkhaus ab und fahren zu unserem Hausstrand. Zum ersten Mal gehen wir richtig ins Meer, lassen uns von den hohen türkisblauen Wellen die Nasennebenhöhlen durchspülen und lümmeln anschließend im Sand rum. Anschließend duschen wir uns selbigen im Hotel vom Körper und legen uns mit einem frischgezapften Kaltgetränk noch etwas an den Pool, weils am Strand so anstrengend war ;-) Abendessen tun wir schließlich im „O Marafado“, einem portugiesischen Tapas-Restaurant am anderen Ortsende von Lagos. Bisher das beste Futter, was diese Reise zu bieten hatte. Mjam! Auf dem Balkon lassen wir danach den siebten Abend ausklingen. Um Mitternacht ist Berg„fest“ und die Hälfte des Urlaubs um. Morgen fahren wir - dieses mal hoffentlich ohne Suicide-Cats oder sonstigen Zwischenfälle auf der Autobahn - zu unserer letzten Station für diesen Trip. Eine Woche in Sao Marinho do Porto, rund Hundert Kilometer nördlich von Lissabon und rund 400 Kilometer nördlich von Lagos.


Unterwegs im Fischerboot

Unterwegs im Fischerboot

Unterwegs im Fischerboot

Der tägliche Bica - So viel Zeit muss sein

Lagos: Kacheln und Bröckel-Putz

Der zentrale Platz in Lagos


TAG 8, Samstag, 17.09.11
Lagos-Sao Martinho do Porto
Wetter: 28 Grad (Lagos), 21 Grad (Sao Martinho), sonnig & windig


Frühstücken, packen, auschecken und ab in den Norden. Um 12 Uhr sind wir on the road und machen die 400 Kilometer in dreieinhalb Stunden. Währenddessen sinkt nicht nur die Temperatur-Anzeige im Auto zusehends, sondern auch die Landschaft ändert immer wieder ihr Bild. Von der mediterranen Algarve geht es im Alentejo durch rot-staubig wüstenähnliche Regionen mit knochigen Gewächsen, sanften Hügel mit Korkbaum-Wäldern und schließlich Tälern, die immer grüner werden bis zur urbanen Umgebung Lissabons. Gleich hinter der Hauptstadt führt die Autobahn kurvig und in einer ständigen Berg- und Talfahrt durch zahllose Pinienwälder in die dritte und letzte Region unserer Reise: das Estremadura. Unsere Ferienwohnung für eine Woche liegt in Sao Martinho do Porto, einem relativ kleinen Badeort an einer natürlichen Sichelbucht, die den tosenden Atlantik etwas abschwächt. Sao Martinho ist knapp 100 Kilometer nördlich von Lissabon gelegen und ein guter Ausgangspunkt für all die Dinge, die wir uns noch ansehen wollen. Immerhin liegen gleich drei UNESCO-Weltkulturerbestätten in der direkten Umgebung. Wir kommen um halb vier in Sao Martinho an (ohne Zwischenfälle ;-) ), und werden nach dem Aussteigen fast weggeblasen. Wind: Nordsee-Like. Temperaturen: Auch. Immerhin: Wie die Nordsee im Sommer, denn die Sonne strahlt. Wir fühlen uns in unserem Algarve-Look etwas underdressed und suchen erst mal im Koffer nach dem für diese Fälle eingepackten Pullover. Die Wohnung können wir erst um 17 Uhr beziehen, also stromern wir etwas am Strand entlang, der direkt vor unserem Apartmenthaus beginnt, und erkunden den Ort. Mehr zur Wohnung dann im Kasten.
Nach dem Auspacken, Duschen, etc. tralala bleibt nicht mehr viel Energie übrig, außer natürlich für's Essen. In langen Hosen, Kapu-Pulli, geschlossenen Schuhen und Socken(!) machen wir uns zu einer Restaurant-Empfehlung an der rechten Seite der Bucht auf. Im „Pesca no Prato“ ist es wirklich nett, hier bedient der Chef noch persönlich und bringt einem die von ihm selbst gefangenen Fische zur Begutachtung an den Tisch und filetiert sie kunstvoll nach dem grillen ebenfalls am Tisch. Rebekka entscheidet sich für eine Scholle, ich ziehe ein leckeres Steak vor. Einer der Kellner stammt aus Deutschland und erzählt uns, dass in Sao Martinho ein Mikroklima herrscht, weil der Meeresgrund vor der Bucht auf 3500 Meter abfällt und dass es deswegen hier immer etwas kälter sei. Hmn, darüber habe ich bei der Suche nach einer Wohnung in der Region hier natürlich nichts im Netz gelesen. Egal, für heute sind wir satt und müde. In der Wohnung wird noch eine DVD eingeworfen und danach fallen wir in die ersten wirklich weichen Betten des Urlaubs.


Sonnenuntergang beim "Ankomm-Bierchen" vor unserer Wohnung


TAG 9, Sonntag, 18.09.11
Sao Martinho-Fatima-Alcobaca
Wetter: 21 Grad, sonnig und sehr windig

Nach einem Frühstück am Fenster, von dem aus wir die halbe Bucht im Blick haben, entscheiden wir uns für einen Ausflug ins Landesinnere. Ohne Wind wär et Sönnschen so warm, dass man sich durchaus auch ins Meer trauen könnte. Aber es bläst doch ziemlich frisch. Immerhin, Pulli und Socken können wir zu Hause lassen, während wir uns Richtung Fatima aufmachen. Ich bin gespannt, weil ich mal so gar keine Vorstellung von diesem Ort habe. Fatima ist eine der weltweit größten Pilgerstätten und wird jährlich von rund vier Millionen Katholiken aus aller Welt angepilgert, so viel wusste ich. Mehr aber auch nicht. Ich bin im übrigen römisch-katholisch aufgewachsen und - obwohl ich vor einiger Zeit die Mitgliedschaft gekündigt habe - dennoch ein wenig mit den Sitten und Gebräuchen meines ehemaligen Vereins vertraut. Dachte ich zumindest bis heute ...
Nach guten 45 Minuten Fahrt über die Pinienwald-Autobahn erreichen wir Fatima. Das gesamte Städtchen scheint sich ausschließlich auf die Pilger eingestellt zu haben. Mehr als ein Dutzend riesige Parkplätze rund um den Ort, unzählige Pensionen, „Zimmer frei“-Schilder und Hotels, die Kreisverkehre sind mit Szenen der Erscheinung geschmückt, usw. Erscheinung? OK, inzwischen weiß ich natürlich Bescheid. Also hier für alle Unwissenden die kürzeste Kurzform: 1916 hüten drei Hirtenkinder aus Fatima ihre Herde, als Ihnen plötzlich ein Engel erscheint und sie ein Gebet lehrt. Das wiederholt sich noch mehrmals im selben Jahr und 1917 erscheint sogar Jesus' Mutter höchstpersönlich, auch mehrmals. Später gibt es noch ein „Sonnenwunder“, dem angeblich 100.000 aus Fatima und Umgebung beiwohnen und es bezeugen können. Wer mehr wissen möchte, der bemühe Wikipedia. Klar, dass aus den ganzen Besuchen der Überirdischen auch der Auftrag hervorging, eine Kapelle zu bauen. Daraus wurde die 1953 eingeweihte Basilika mit monströsem Vorplatz (um einiges größer als der Petersplatz im Vatikan). 2007 kam noch eine unglaublich monumentale moderne Kirche dazu. Allein die schiere Größe des gesamten Areals ist beeindruckend, Glaube hin, Glaube her. In beiden Kirchen und einer Art „Zusatzkirche“ auf dem Vorplatz finden pro Jahr etwa 6500 Messen statt, also rund 18 pro Tag.
Aber zurück zum Anfang. Wir parken etwas außerhalb und gehen durch die Fußgängerzone in Richtung der Pilgerstätte. Links und rechts das gleiche Bild: Nippesläden, Restaurants, Hotels, Nippesläden, Cafés, Nippesläden, etc. Die Restaurants werden flankiert von „Angel-Kellnern“, die einen schon auf der Straße ansprechen und die Speisekarte unter die Nase halten. Das Publikum auf der Straße ist bunt gemischt, wenn auch viele ältere und ganz alte, sowie viele kranke und behinderte Menschen auffallen. Zwischen Fußgängerzone und Pilgerstätte befindet sich ein halbrundes Gebäude, dass an die 40 Souvenierlädchen beherbergt. Jedes schön genormt in der gleichen Größe und bis auf wenige Ausnahmen fast mit dem gleichen Angebot. Im oberen Teil alles, was der Pilger so braucht und im unteren Teil auf Kinderaugen-Höhe billiges Plastikspielzeug und Süßigkeiten. Aber das krasseste ist: Hier werden nicht nur Rosenkränze, kitschige Heiligenbildchen oder Schneekugel-Marias verkauft, nein – hier kann man auch Körperteile aus Wachs erstehen! Selbige, sowie Wachsfiguren der Hirtenkinder und mehrere Meter (!) lange Kerzen gehen weg wie warme Semmeln. Da bommeln also lebensgroße Beine und andere Extremitäten oder Organe aus Wachs im Aushang der Lädchen. Den Preis für besondere Kuriosität erhält von uns der Magen-Darm-Trakt in Wachs. Spätestens als wir den Vorplatz des Heiligtums betreten wird klar, was das soll. Rauchschwaden liegen in der Luft, es stinkt unglaublich nach Wachs. Wir folgen dem „Duft“ und sehen riesige Grills (anders kann man es nicht nennen, siehe Foto), in denen die Gläubigen ihre Wachs-Opfer – nein, nicht anzünden, sondern einfach hineinwerfen. Wahrscheinlich wäre für das Entzünden der einzelnen Kerzen gar keine Zeit da, jeder möchte ja schließlich ran. Ganz davon abgesehen, dass trotz der Größe der Grillöfen gar kein Platz für jede Kerze wäre und sie aufgrund der Hitze sowieso nicht ordentlich abbrennen würden. Lustiges Detail am Rande: Die großen Figuren werden wohl nicht (alle) ins Feuer geworfen, sondern in Plastikkübeln am Rand abgestellt. Wo die wohl landen? Ein Schelm, wer böses dabei denkt ... Die 2007 erbaute moderne Kirche, die wir als erstes besuchen, ist architektonisch wirklich interessant, und eben verdammt groß. Monumental trifft es eher. Auf dem Vorplatz ist das Schauspiel der es wirklich ernst meinenden Pilgern am interessantesten. Der abfallende Platz bietet eine Linie aus Marmorplatten, auf der man von ganz oben bis ganz unten zur alten Basilika auf Knien herunter rutscht. Manche haben sich Knieschoner mitgebracht, andere tragen Hosen unter den Röcken, viele aber wählen die harte Tour und scheuern sich ordentlich wund. Mein Gott, muss Glaube schön sein. Und das meine ich ernst! Nachdem wir das „Allerheiligste“, die alte Basilika mit den Gräbern der Hirtenkinder, besucht haben, brechen wir leicht kopfschüttelnd auf und diskutieren noch lange, ob und wenn ja wie man diese Kirmesveranstaltung ernst nehmen kann.
Vor unserem Parkplatz am Straßenrand befindet sich ein ganz normales kleines Bäckerei-Café, dass weder nach Abzocke noch nach Pilgerfang aussieht. Hier nehmen wir noch schnell unseren mittlerweile traditionellen nachmittäglichen Bica ein. Die portugiesische Variante des Espressos kostet immer und überall zwischen 0,75 und 0,90 Cent. Dazu gibt es Pasteis de Natal, ein landestypisches Gebäck, dass man an jeder Ecke bekommt. Kleine Blätterteigtörtchen mit Vanillepudding-Füllung, die mit karamellisiertem Puderzucker und Zimt bedeckt sind. Läkker!
Weiter geht’s nach Alcobaca zur Abtei Santa Maria, nach Belem in Lissabon unserem zweiten UNESCO-Weltkulturerbe. Nach zwanzig Minuten parken wir in der Nähe dieses Trumms von einem Gebäude und nehmen noch schnell den davor stattfindenden Flohmarkt mit. Dabei fällt uns auf, dass der langgezogene Bau neben dem Kloster (ich wiederhole nochmal: Weltkulturerbe!) langsam in sich zusammenfällt. Ruinen sieht man hier in Portugal ohnehin oft, aber es ist immer besonders interessant, wenn neben den schönsten oder historischsten Gebäuden einfach irgendwelche alten Kotten stehen, die vor sich hinfaulen. Das scheint einfach niemanden zu interessieren. Das Kloster betritt man zunächst durch die Abteikirche, die alleine schon wegen ihrer Bauweise sehr sehenswert ist - 106 Meter lang, aber nur 21,5 Meter breit. Zudem sind hier die Gräber von Dom Pedro und seiner Ines zu finden, in etwa die portugiesischen Romeo und Julia, wenn sie auch tatsächlich gelebt haben und die Geschichte noch etwas blutrünstiger ist. Aber auch der Eintritt für das Kloster selbst lohnt sich absolut. Eine tolle, sehr große und sehenswerte Anlage. Jeder Raum ist begehbar und vor allem gut beschrieben, so dass man das Leben der Zisterzienser-Mönche gut nachvollziehen kann.
Inzwischen ist es schon halb sieben und wir düsen weiter über Land durch Nazare nach Sao Martinho zurück. Dabei geht es über kurvige Hügel und teilweise vorbei an der „Silberküste“ mit schönen Ausblicken. In Sao besuchen wir noch schnell den Supermarkt (jaha, ganz normal geöffnet, auch Sonntags), genießen den Sonnenuntergang über „unserer“ Bucht, kochen uns was leckeres zusammen und beschließen den Abend wieder mit einem Filmchen.


Fatima: Kinder & Körperteile in Wachs

Fatima: Auf Knien zu den Hirtenkindern

Fatima: Gräber zweier der Kinder

Fatima: Kerzengrill

Fatima: Kinder warten aufs Feuer

Fatima: Vorplatz (PANORAMA)

Fatima: Neue Riesen-Kirche (PANORAMA)

Alcobaca: Kreuzgang

Alcobaca: Patina-Treppe

Alcobaca: Küche mit fließend Wasser

Alcobaca: Klosteransichten

Alcobaca: Klosterkirche

Alcobaca: Klosterkirche
     


TAG 10, Montag, 19.09.11
Sao Martinho-Olbidos
Wetter: 23 Grad, sonnig und sehr windig

Nach einem verbummelten Vormittag brechen wir um 12 Uhr in das nicht weit entfernte Olbidos auf, laut unserem Reiseführer das „portugiesische Rothenburg ob der Tauber“. An der Touristinfo am Ortseingang wollen wir uns mit einer Karte des immer noch von der original Mittelalter-Stadtmauer umschlossenen Stätdchens versorgen. Dort heißt es dann lapidar „Olbidos hat Mittagspause“. Mit anderen Worten: Alle Sehenswürdigkeiten sind geschlossen und machen erst um 14.30 Uhr wieder auf. Zis, diese Südländer! Machen zur Siesta mal eben eine Stadt dicht. Egal. Wir erklimmen die Zinnen der Stadtmauer, um einmal rund um Olbidos zu laufen. Sehr interessant: Links von uns die Zinnen, rechts von uns eine etwa 1,50 Meter breite alte Stadtmauer und daneben immer drei bis zehn Meter freier Fall auf Dächer, in Gärten oder einfach auf Beton. Kein Geländer, nichts. Diese Tatsache führt zu manch lustiger Szene bei Gegenverkehr. Rebekka ist der kleine Nervenkitzel etwas zu viel und sie entwickelt spontan eine noch nie gekannte Höhenangst. Trotz der 21-23 Grad an diesem Tag brennt die Sonne ganz schön, auch wenn der ständige Wind für etwas Abkühlung sorgt. Wir gehen (ich) bzw. zittern (sie) uns also an der Mauer entlang und genießen wirklich schöne Ausblicke auf eins der ursprünglichsten und besterhaltenen Dörfer Portugals von dort oben. Nach einer guten halben Stunde ist Olbidos auch schon umrundet und wir kraxeln in die Straßen hinab. Kopfsteinpflaster, Blumen, alte und uralte Häuser und Kirchen, eine Burg – alles toll und schön, aber irgendwie nach all dem was wir bisher schon sehen durften auch nichts mehr, was uns vom Hocker reißt. Vielleicht liegt es an der Mittagshitze in den engen Gassen oder dem wieder mal ausschließlich auf Touristen ausgelegten Einzelhändlern und Gastronomiebetrieben. Irgendwie fehlt uns hier die Authentizität und wir buchen Olbidos als netten Spaziergang mit Postkartenansicht ab. Auf dem Rückweg machen wir einen Schlenker und besuchen den nahen See, der sich durch die Versandung des Tales gebildet hat. Leider nutzen viele Einheimische das Ufer als Müllkippe und außer einigen Reihern sehen wir auch keine Wasservögel, für die der See kurz hinterm Meer berühmt sein soll. Dann lieber wieder zurück nach Sao Martinho do Porto, wo wir ohnehin noch beide Seiten des Buchteingangs näher untersuchen wollen (wie die Bucht, bzw. deren „Begrenzungen“ ausschauen, sieht man am besten auf den Fotos, bevor ich jetzt hier aushole...) Auf der linken Seite der Bucht (wenn man mit Sao im Rücken aus drauf schaut) liegt Salir do Porto. Hier ist der Tourismus anscheinend noch völlig am Dorf vorbeigezogen, obwohl es nett dort ist. Wir erklimmen den Berg zum Buchteingang mit dem Auto bis es nicht mehr geht und gehen den Rest bis zum „Gipfelkreuz“ zu Fuß. Tolle Aussicht auf Sao von dort oben. Jetzt wollen wir aber auch noch wissen, wie es auf der anderen Seite aussieht, fahren zurück nach Sao Marinho bis zum rechten Ende der Bucht und besteigen dort die Klippen, die wieder einmal mit den „Attention! Unstable Cliffs“-Warnschildern versehen sind. Und denen darf man durchaus Glauben schenken, denn: Hölle geht’s da tief runter auf die Atlantikseite! Der Erdboden wirkt mit seinen tiefen und breiten Rissen und Löchern auch nicht gerade vertrauenserweckend, aber die Aussicht ist brillant! Rechts von uns braust der Atlantik krachend an die Felsen und die Sandsteinklippen und links plätschert freundlich die Bucht dahin. Ganz am Ende des Kliffs sind der Leuchtturm und die Ruinen einer alten Kapelle zu sehen, die gerade noch so auf das äußerste Ende des Kliffs passen. Hier hat die Erosion schon ganze Arbeit geleistet. Wir sitzen und gucken lange da oben, Naturgewalten sind doch was feines (wenn sie gutartig sind). Dann versuchen wir uns noch an einem Geocache, der aber noch die Lösung von anderen Aufgaben an anderer Stelle erfordert und den wir daher vertagen. Der Abend geht in der „Pato Bravo“-Bar gleich an unserem Appartementhaus zu Ende. Leckeres und günstiges Essen und gute Caiphirinhas und Mojitos, deren Genuß wir noch etwas länger frönen.


Olbidos

Olbidos

Olbidos

Olbidos

Olbidos

Blick auf Sao M. von Salir do Porto

"Buchteingang" Sao Martinho ...

... und der Atlantik daneben

Blick auf unser Apartementhaus (Mitte)

Noch eine Sekunde Angelspaß ...

Blick vom Leuchtturm in Sao M.
 


TAG 11, Dienstag, 20.09.11
Sao Martinho do Porto
Wetter: 27 Grad, sonnig, windig


Na endlich gibt’s hier wettermäßig auch mal einen reinrassigen Badetag, geht doch! Aber vor dem faulen rumfläzen am Strand muss ein bisschen Bewegung sein, also wollen wir die restlichen Aufgaben des gestern angefangenen Caches ablatschen und nebenbei gleich der Altstadt einen Besuch abstatten. Auf dem Weg über die jetzt am frühen Vormittag so langsam wachwerdende Strandpromenade zum rechten Buchtkliff hören wir die ganze Zeit ein lautes „Tuuuuuut“-Signal, dass von weit her zu kommen scheint und sich etwa alle drei Minuten wiederholt. Das ist mir in der Nacht schon aufgefallen und ich habe mich gefragt, was das sein könnte. Der Buchteingang bietet plötzlich ein sonderbares Bild: Vom Atlantik her scheint sich ein Nebelarm auszubreiten, der genau durch das „Tor“ der Bucht wabert, aber nur die Höhe des Kliffs erreicht. Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein ein echt gespenstisches Bild. Der Nebel kommt immer schneller und immer voller durch das Loch im Kliff geströmt und bedeckt bald schon ein Drittel der Bucht. Falls jemand Stephen King's Geschichte „The Mist“ oder besser noch die grandiose Verfilmung kennt: Genau so! Dazu muss ich erwähnen, dass ich vor ein paar Tagen im örtlichen „intermarche“-Supermarkt an „The Mist“ denken musste, weil er dem aus dem Film sehr ähnelt. Dann geht auch noch eine Feuerwehrsirene los. Spooky. Klar, dass wir erst auf das Kliff hinaufgehen, um nach der Ursache des Nebels zu schauen. Oben angekommen hat er sich schon wieder etwas abgeschwächt aber man kann noch sehen, wie der Dampf direkt aus der Gischt des Atlantiks aufzusteigen scheint, um über die Felsen zu fließen und schließlich in die Bucht hineinzuwabern. Vor und hinter der Bucht ist alles eitel Sonnenschein mit klarer Luft. Auch die Ursache des Tutens entdecken wir. Am Leuchtturm ist ein Nebelhorn angebracht, dass wohl automatisch bei bestimmten Wettersituationen auslöst. Wir fühlen uns wie Entdecker, obwohl all das einem Einheimischen wohl nicht mal mehr ein müdes Schulterzucken abringen würde. Die Altstadt von Sao ist wirklich nett. Gerade findet auch ein Markt statt, auf dem uns ein paar uralte Einheimische eine Handvoll Feigen aufschwatzen. Wir erstehen noch Brot und ein paar andere Kleinigkeiten und machen uns zur Wohnung zurück. Glücklicherweise bietet die alles, was man für einen perfekten Strandtag braucht: Windschutz mit Gummihammer zum in-den-Sand-schlagen, Bastmatten, Wasserspielzeug, Schaufel, Sonnenschirm … bepackt wie die Esel ziehen wir die paar Meter zum Strand, bauen unser Domizil auf und brutzeln in der Sonne, schwimmen im arschkalten Atlantik (in dem Schnorcheln übrigens zumindest hier keinen Sinn macht, wie ich leider feststellen musste), lesen, dösen … faulenzen eben. Kurz vor Sonnenuntergang und nach einer Dusche besuchen wir einen der örtlichen Italiener („Portobello“), der ganz gute Pizzen fabriziert. Ein Cocktail in der „Pato Bravo“-Bar ist auch noch drin.


Der Nebelgeist greift an

Die Nebelküche

Stadtszene in Sao Martinho

Frisch-Fisch auf dem Markt

Sao Martinho do Porto (PANORAMA)
     


TAG 12, Mittwoch, 21.09.11
Sao Martinho-Tomar
Wetter: 21 Grad, bewölkt, 26 Grad, sonnig (ab Leira)


Am späten Vormittag nehmen wir die lange Anfahrt nach Tomar in Angriff (120 km eine Strecke). Dort verbirgt sich das dritte UNESCO-Weltkulturerbe, das wir uns geben wollen – das „Castelo Templario e Convento de Cristo“. Ums einfacher zu machen: Ein Kloster. Aber was für eins. Gegründet vom Ritterorden der Templer im 13. Jahrhundert hat es diverse Anbauten erlebt. Aber erst mal hinkommen. Trotz dessen sind wir nicht versucht, vielleicht doch eher einen Strandtag einzulegen, denn Sao zeigt sich heute zum ersten Mal komplett bewölkt bei einer Temperatur um die 21 Grad. Aber schon nach einer halben Stunde Fahrt, genauer gesagt in der Region um Leira, reißt die Wolkendecke auf und wir haben wieder Hochsommer. Vielleicht ist an dieser Mikroklima-Sache rund um Sao ja doch was dran... Aber zurück zum Kloster. Wer je in dieser Region sein sollte: Hinfahren! Nachdem der Templerorden verboten worden war, übernahm der portugiesische Christusritterorden den Laden und hatte natürlich diverse Umgestaltungen im Gepäck. Und so erging es dem gesamten Komplex immer wieder, bis im Endeffekt sieben (!) Kreuzgänge in einer Klosteranlage entstanden waren und dadurch ein dementsprechendes labyrinthartiges Verwurschteln der Anlage. Da alles in seinem alten Stil belassen bzw. restauriert wurde ist von der verschwenderischen Pracht der Templer über die Manuelinik-Elemente bis hin zur Renaissance alles in einem Gebäudekomplex zu sehen. Besonders die Templerkirche hat es mir angetan. Angelegt als „Kirche in der Kirche“ in einem Oktogon mit sehr viel Blattgold bietet sie eine verschwenderische Masse an Figuren, Gemälden, Wandzeichnungen und so weiter und ist einfach sehenswert. Klingt jetzt vielleicht ein bisschen pathetisch, aber hier fühlte ich mich der Geschichte des Gebäudes ganz nah.
Nachdem wir auf der schönen Außenterrasse des Klosters noch Kaffee & Süßkram zu uns genommen haben, düsen wir über Nebenstraßen wieder langsam Richtung Heimat. Nach der langen Tour mit einigen Landschaftseindrücken kaufen wir zurück in Sao noch für unser Abendessen ein und schauen kurz am Tunnel vorbei. Dieser verbindet den Kai in Sao mit dem mit der Rückseite des rechten Kliffs. Sprich man geht vom rechten Rand der ruhigen Bucht aus in einen in den Fels geschlagenen Tunnel und landet nach knapp 100 Metern auf der „wilden“ Atlantikseite. Angefixt von Wind und Wellen schauen wir auch noch kurz am Leuchtturmkliff vorbei und kehren ordentlich durchgepustet in die Wohnung zurück. Dort gönnen wir uns nach dem Abendessen noch ein Filmchen und sinken dann in die Kissen.


Kloster in Tomar

Hauptportal

Stillleben in Kachel & Patina

"Kirche in der Kirche"

"Kirche in der Kirche"

Manuelinisches Fenster, ca. 5 Meter hoch

Kloster Rückansicht


TAG 13, Donnerstag, 22.09.11
Sao Martinho do Porto
Wetter: wechselnd zwischen 20 Grad & bewölkt und 26 Grad und sonnig


Doofes Wetter zum Aufstehen. Zwar ist es nicht kalt, und auch der Wind hält sich in Grenzen, aber die Wolkendecke hängt dunkel und bleischwer über dem Meer. Irgendwie hatten wir uns einen weiteren Badetag erhofft und sind ein bisschen enttäuscht. Sind wir hier in Portugal im Spätspommer, oder was? Trotzdem, wir wollen wissen, wie es am linken Ende der Bucht aussieht, denn dort ist aus der Ferne eine Mega-Düne zu sehen. Während wir von unserem Appartementhaus am Strand entlanglaufen reißen die Wolken auf und sofort ist es heiß. Wir waten immer entlang der Gischt und bemerken, dass die Wellen heute besonders hoch sind. Oft bleiben wir stehen und bestaunen das aufeinanderklatschen von zwei und drei Wellenkämmen gleichzeitig. Ein paar kleine Strandläufer sorgen dabei für einige Grinser, denn sie treten nur in Schwärmen auf, halten sich immer in Nähe der Wellen auf, trippeln aber geschlossen schnell zurück, wenn ihnen die Gischt zu nahe kommt. Wir taufen die putzigen Biester „Tidelidis“ und haben unseren Spaß an ihnen. Nach zwei Kilometern empfängt uns die Düne, leider von uns getrennt durch einen Flusslauf, der hier in den Atlantik mündet. Wirklich eine richtig schöne Ecke, an der sich auch ein Naturschutzgebiet in den Dünen anschließt. Über Bretterwege, die durch selbiges führen, wandern wir zurück in die Innenstadt. Da die Wolkenlöcher immer noch riesig sind und es richtig heißt geworden ist, kann der längere Strandaufenthalt dann doch noch starten. Also die Klappstühle und den Sonnenschirm geschnappt und über die Straße in den Sand. Zwei bis drei Stunden sind uns vergönnt, bevor die Wolken sich wieder schließen. Die Zeit reicht für den dritten dicken Sonnenbrand des Urlaubs (TROTZ eincremen und Sonnenschirm) und für einen sehr spaßigen Gang ins Wasser, bei dem wir den Monsterwellen trotzen und uns mutig immer wieder surferlike hineinstürzen. Nach dem Duschen düsen wir mit dem Auto hinter die „rechte Seite der Bucht“ zum Praia da Gralha. Es ist immer noch bedeckt aber der offene Atlantik scheint heute in Geberlaune. Sprach ich eben von „Monsterwellen“ an unserem familiären Bucht-Strand? Man vergesse es. Was hier für Wellen brechen, hab ich noch nicht gesehen. Drei Meter hoch, mindestens und ohne Scheiß. Das kommt auf den Fotos nicht annähernd rüber. Wir trauen uns an dem stark abfallenden Strand fast bis zur Brandung vor und sind einfach nur beeindruckt. Drei Drachenflieger, die sich immer wieder aufs neue vom Kliff hinter uns hinabfallen lassen, komplettieren ein wirklich erinnerungswürdiges Bild dieses Urlaubs. Fast hätten uns die Ausläufer einer der Giga-Monster-Wellen erwischt, aber wir waren schneller ;-) Als wir das Auto wieder erreichen sind wir von der Gischt ganz klamm, gehen aber dennoch endlich das Heben des Caches an, von dem hier schon öfters die Rede war. Leider führen uns seine Endkoordinaten auf ein weiteres Kliff einen Kilometer entfernt. Na ja, was heißt leider. Es ist schon toll hier, aber es wird dunkel und der kleine Fußpfad führt teilweise zehn Zentimeter am Absturz vorbei. Die zahlreichen „Danger!“-Schilder machen es nicht besser und so brechen wir ab. Kein Geocache der Welt kann fiese Verletzungen oder Schlimmeres wert sein. Für ein paar „Blaue-Stunde-Fotos“ halten wir noch eben am Kai, bevor wir wieder mal in die „Pato Bravo“-Bar direkt an unserem Appartementgebäude einkehren. Soviel Bewegung und Salzluft macht hungrig und auch ein bisschen durstig … je einen „Hamburger-Dish“ sowie einige Biere und Caipirinhas später verlassen wir die inzwischen liebgewonnene Bar leicht angetüdelt und betten unser Haupt ein vorletztes Mal in Sao Martinho do Porto.


Flußmündung Sao M., linke Buchtseite

Wellenmonster am Praia da Gralha

Wellenmonster am Praia da Gralha

Wellenmonster am Praia da Gralha

Praia da Gralha (PANORAMA)

Abendstimmung in Sao M. (PANORAMA)

Leuchtturm Sao M.


TAG 14, Freitag, 23.09.11
Sao Martinho do Porto-Nazare-Batalha
Wetter: 23 Grad, sonnig


Leider ist nur noch ein Tag übrig, aber er bringt Sonne mit. Recht früh gehen wir unseren letzten Ausflug an und fahren zuerst ins nahe Nazare. Einem weiteren Badeort, der allerdings nicht wie „unser“ Sao an einer kleinen Bucht liegt, sondern direkt am offenen Atlantik. Die Wellen, die wir gestern noch an der Praia da Gralha gleich neben Sao so bewundert haben, rollen hier fast genauso hoch an den Strand. Da traut sich kaum jemand der Badegäste ran, die meisten lassen sich nur von der Gischt ein bisschen anfeuchten und rennen schnell weg, wenn die Brecher kommen. Richtig schwimmen kann hier nicht wirklich gesund sein, zumindest heute. Gucken aber schon, und das tun wir ausgiebig. Am Ende des Strands wird’s ziemlich fischig, da dort die Fischerfrauen traditionell ihre, ich nenne es mal „Fisch-Trocken-Zone“ haben. Jede Menge frische Fischfilets werden da, vor Möwen mit Netzen geschützt, auf Holzsieben in der Sonne ausgebreitet. Die bereits trockenen Exemplare kann man sofort gleich nebenan am Straßenrand kaufen. Nachdem wir genug Meer und Fisch in der Nase haben, brechen wir nach Batalha auf, um uns das Kloster des Städtchens anzusehen - übrigens Weltkulturerbe und Kloster Nummer vier. Aber nix mit „wer ein mittelalterliches Kloster gesehen hat, kennt se alle!“ Nach Belem in Lissabon, dem wunderschön schlichten Alcobaca und dem bombastischen Tomar hat das uralte Gemäuer in Batalha wieder seinen ganz eigenen Charme – vor allem von außen. Hier waren es die Dominikaner, die im 14.-16. Jahrhundert leicht größenwahnsinnig wurden – was man vor allem an der beeindruckenden Außenansicht sehen kann. Dabei wurde das Kloster bzw. die zugehörige Kapelle nie fertig gebaut. Hier besuchen wir übrigens auch das Grab von Heinrich dem Seefahrer, der uns irgendwie den halben Urlaub immer mal wieder über den Weg gelaufen ist. Trotzdem – auf der „Kloster Top 4“ belegt Batalha bei uns nur Nummer drei, denn im inneren wird nicht allzuviel geboten. Vor allem die Kirche ist der in Alcobaca sehr ähnlich, nur nicht ganz so groß. Nach einem kleinen Geocache düsen wir am frühen Nachmittag wieder nach Sao zurück, um uns dort noch einmal für ein Stündchen an den Strand und in die Wellen zu knallen. Nach dem entsanden und Duschen fahren wir zum kleinen Gipfelkreuz auf die höchste Anhöhe über der Stadt und schauen uns einen extrem kitschig-schönen Sonnenuntergang an. Der und das anschließende Essen im absolut empfehlenswerten „Pesca no Prato“, dem wir nach dem ersten Abend einen zweiten Besuch abstatten, sind der perfekte Abschluss eines schönen Urlaubs. Jetzt bleibt nur noch zu packen und morgen früh nach Lissabon zu düsen, um dort das Auto wieder abzugeben und in den Flieger gen Heimat zu steigen.
Schüß dann, bis zum nächsten Mal!


Nazare: Frischer Fisch sonnt sich

Nazare: Fischers Frau

Nazare: Wo Fisch, da Möwen

Nazare

Nazare: Schwimmer mit Respekt

Und nochmal Fisch

Batalha: Lichtspiele im Kloster

Batalha: Lichtspiele im Kloster

Batalha: Ewige Wache am Soldatengrab

Batalha: Manuelinik ist fruchtbar

Batalha: Klosterbrunnen

Batalha: Letzter Kreuzgang des Urlaubs

Kloster in Batalha: Von außen ...

... beeindruckender als von innen

Batalha: Klösterliches Heckenlabyrinth

Sao M. Alte Mühle im Abendrot

Sao M.: Gute Nacht Boot, bis morgen

Sao Martinho oder Herr der Ringe?

Abendstimmung in Sao M.

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