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__==  BUDAPEST 2011  ==__
13.12.-19.12.2011

Vorab ...
Nach Budapest im vergangenen Jahr nun doch wieder ein Reisebericht über einen Städtetrip. Zwar gilt das gleiche, wie ich damals im „Vorab“ des Prag-Berichtes geschrieben habe (wen es interessiert, der lese bitte dort nach). Trotzdem, auch diese Seite hier muss sein, denn – verdammt – Budapest ist, gerade zur Weihnachtszeit, tatsächlich noch eine Ecke schöner als Prag!
Dennoch will ich mich hier relativ kurz fassen, denn es soll nicht wie sonst ein Reisetagebuch werden, sondern nur ein Bericht mit einigen netten Fotos.
NOCH EIN WORT ZU DEN FOTOS:
Die Thumbnails stellen teilweise nur Ausschnitte dar! Jedes Foto öffnet sich auf Klick in seiner vollen Größe.



HINKOMMEN / ANKOMMEN / RUMKOMMEN

Germanwings mal wieder. Günstiger ging es einfach nicht – der Flug für 100,- Euro die Person, sogar relativ kurzfristig gebucht, war nicht zu schlagen. Erst recht nicht, wenn man die lange Anreisezeit mit Bahn oder gar Auto bedenkt. Die Flüge waren zudem beide ziemlich unterbesetzt. Ist schon schön, wenn man eine ganze Reihe „Best Seats“ für sich alleine hat ;-) Auf dem Rückflug schmückte sogar eine bunte Lichterkette die Scheiben des Cockpits und die gesamte Crew schien schon ziemlich in Weihnachtsstimmung.
Um vom Budapester Flughafen aus in die Stadt zu gelangen, muss man sich erst mit dem Bus zur nächsten Metro-Endstation durchschlagen, um von dort aus in die Stadt zu kommen. Wenn man erst abends um 20 Uhr landet, Hunger hat und schnell ins Hotel möchte, muss das in einer unbekannten Stadt mit einer absolut unverständlichen Sprache nicht unbedingt sein. Taxis sind recht teuer, da der Flughafen weit vom Stadtzentrum entfernt ist. Auch sollte man hier, wie in Prag, den richtigen Anbieter finden, denn viele Fahrer zocken ab. Daher sei hier „Airport Transfer Budapest“ empfohlen. Für umgerechnet 19,- Euro pro Strecke Festpreis geht es vom Flughafen aus in jede beliebige Ecke der Stadt. Dabei wird man direkt in der Ankunftshalle mit Namensschild abgeholt bzw. bei der Abreise zum gewünschten Zeitpunkt vor der Hoteltür erwartet. Sehr zuverlässig die Herren - und überpünktlich.

Obwohl das Budapester Stadtgebiet recht groß ist, finden sich die meisten Sehenswürdigkeiten natürlich in einem relativ engen Umkreis um das Zentrum. Man sollte dennoch wert auf den ÖPNV legen, da er einem das Sightseeing doch merklich erleichtert. Wir waren trotz häufiger Nutzung der Bahnen im Durchschnitt 12 Kilometer täglich zu Fuß unterwegs. Sich alle Schönheiten der Stadt nur zu Fuß erlatschen zu wollen, wäre reine Zeitverschwendung. Das ÖPNV-System ist aber übersichtlich und trotz der Sprachbarriere schnell durchschaut. Es gibt drei Metro-Linien, die durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet sind. Dazu verkehren Trams auf sehr viel mehr Strecken überirdisch. Hinzu kommen noch die Busse, die wir jedoch gar nicht benötigt haben. Was die Fahrkarten angeht: Wer länger als drei Tage da ist, sollte sich unbedingt ein Wochenticket besorgen. Den genauen Preis habe ich nicht mehr im Kopf, aber ich meine es seien rund 16,- Euro gewesen. Ein Drei-Tagesticket ist zwar günstiger, aber sobald man auch nur ein weiteres Tagesticket benötigt, wird das zusammen teurer als ein Wochenfahrschein. Klingt komisch, ist aber so. Mit seinem Ticket darf man dann uneingeschränkt alle Metros, Trams und Busse benutzen.
Die Taktzeiten der Züge sind übrigens traumhaft – da könnte sich Köln noch eine Scheibe von abschneiden. Man wartet selten länger als fünf Minuten auf die nächste Bahn. Übrigens zählen die Uhren an den Bahnsteigen herauf statt herunter. Das heißt sie zeigen die Zeit an, wie lange eine Bahn schon weg ist und nicht, wieviele Minuten es noch dauert, bis die nächste kommt. Ob das der leicht melancholischen Grundstimmung geschuldet ist, die den Ungarn generell gerne nachgesagt wird, kann ich nur vermuten.


DAS HOTEL
Günstig sollte es sein, und trotzdem mehr als nur ein Raum mit einem Bett. Relativ schnell fand ich das Belvedere Hotel in Buda, also links von der Donau, recht nah am Burgberg gelegen. Es hat sich selbst vier Sterne gegeben, ein paar schöne Bilder auf der Webseite und auch gute bis sehr gute Bewertungen auf den üblichen Reisebewertungsportalen. Bei der Suche nach dem günstigsten Preis war die Entscheidung dann schnell gefallen - Bei Logitravel waren die sechs Nächte im Doppelzimmer plus Frühstück für 226,- EUR zu haben. Das sind 37,66 EUR pro Nacht beziehungsweise unglaubliche 18,87 EUR pro Person und Nacht! Ich kenne Jugendherbergen in Deutschland, die teurer sind!
Das Belvedere ist noch relativ neu und sehr modern eingerichtet. Das Zimmer war ausreichend groß und sauber, die Betten bequem, das Bad toll. Das Beste aber: Im neunten Stock befindet sich ein für Hotelgäste kostenlos nutzbarer Wellnessbereich mit einem tollen Ausblick auf die Stadt. Auch hier alles sehr modern und sauber. Der Pool ist zwar recht klein, nach 5-6 Zügen ist man einmal durch geschwommen, aber dafür hat man dabei Budapest im Blick ;-). In der Sauna kann man selber Aufgüsse machen und sie ist für etwa sechs Personen gleichzeitig geeignet. Wir waren täglich dort oben, um uns nach Sightseeing-Touren aufzuwärmen und hatten dabei nur zwei mal Gesellschaft. Das Frühstücksbuffet bietet für jeden etwas - auch Warmes – und ist frisch und reichhaltig. Nur der Kaffee geht leider gar nicht. Die Lage des Belvederes ist auch klasse. Direkt vor der Tür befindet sich eine Tramhaltestelle, die ganz Faule in drei Minuten zum Szell Kalman ter bringt. Ab diesem Platz fahren zahlreiche weitere Trams und die Linie 2 der Metro, die einen in zwei Stationen auf die Pester-Seite ans Parlament fährt. Zu Fuß zum Szell Kalman ter sind es vom Hotel aus etwa acht Minuten. Bis zum Eingang zum Burgberg spaziert man vom Hotel aus etwa eine Viertelstunde.
Fazit:
Klar, wenn man sechs Nächte in einem Hotel verbringt, fallen einem immer mal ein paar Kleinigkeiten auf, die besser sein könnten. Je nach Zimmermädchen war die tägliche Säuberung zum Beispiel mal erfolgreich, mal nicht so. Dass man für den (übrigens kostenlosen!) Internetzugang ein Kabel braucht, dass man nur am Bett einstecken kann und somit den Läppi nur liegend nutzen kann, macht auch nicht so viel Sinn. Auch die Holzliegen im Wellness-Bereich sind arg unbequem, weil ohne Auflagen. Oder das es im gesamten Hotel keinen einzigen auch noch so kleinen Bereich gibt, in dem man rauchen darf. Nichtraucherschutz ist ja OK – aber wenigstens ein kleiner abgetrennter Winz-Bereich in der Lobby wäre angemessen. Ansonsten ist das auch schon wieder Diskreminierung. Gerade im Winter macht es nicht so viel Spaß, zum Rauchen immer raus zu müssen. Aber hey – lange Rede, kurzer Sinn: Das wäre alles meckern auf hohem Niveau. Das Hotel kann nach deutschen Standard statt seiner vier mit guten drei Sternen bewertet werden und ist sowas von eine Empfehlung, das es kracht.
Vor allem zu dem Preis ist es einfach unschlagbar! Jederzeit gerne wieder!


Belvedere Hotel - Zimmer

Belvedere Hotel - Zimmer

Belvedere Hotel - Zimmer (Bad)

Belvedere Hotel - Wellness-Bereich

Belvedere Hotel - Wellness-Bereich

Belvedere Hotel - Wellness-Bereich

Belvedere Hotel - Wellness-Bereich


BUDAPEST GENERELL

Wenn man sich vor der Reise ein bisschen einliest, bekommt man fast den Eindruck, dass die Stadt am „Bayer Leverkusen-Syndrom“ leidet. Budapest war in den 1920er Jahren die am zweitschnellsten wachsende Stadt der Erde, hat heute noch die zweitgrößte Synagoge nach New York zu bieten, besitzt die zweitälteste U-Bahn und die zweitälteste Standseilbahn der Welt, darf sich des weltweit drittgrößten Parlamentsgebäudes rühmen etc. pp.
Aber Superlative sind nicht alles, denn in puncto Schönheit ist Budapest ganz weit vorne, so viel steht fest. Sicher sind hier und da gerade außerhalb des Zentrums noch Hinterlassenschaften des Sozialismus im Stadtbild zu entdecken. Generell darf man jedoch sagen, dass sich die Donau-Stadt in den letzten Jahrzehnten bemerkenswert herausgeputzt hat und sich zu einer der schönsten europäischen Metropolen zählen darf. Auch über den absoluten Touri-Kernbereich hinaus, zählt sie zu den saubersten Städten, die ich je gesehen habe. Natürlich kann ich nicht von den Vorstädten sprechen, da ich einfach nicht dort gewesen bin, sondern nur von den innerstädtischen Vierteln. Aber gerade als Kölner darf ich zum Beispiel erstaunt bemerken, dass ich in sechs Tagen nur einen Hundehaufen auf den immer sauberen Straßen gesehen habe. Auch die Bahnhöfe der Metro sind immer spiegelblank. Nirgendwo auch nur ein Coffee-to-go Becher oder ein Taschentuch auf dem Boden, das war fast schon unwirklich zu sehen. Viele alte Gebäude wurden sehr sorgfältig restauriert, viele moderne Bauten fügen sich ohne zu stören in das Stadtbild ein. Aber was vor allem auffällt – Das Licht! Jedes auch nur halbwegs interessante Gebäude wird nachts angestrahlt. Auch die innerstädtischen Brücken leuchten um die Wette. Budapest im Dunkeln ist tatsächlich noch einmal doppelt so schön. Was für ein Glück, dass es im Dezember schon um Vier dunkel wird ;-)
Auch sonst scheinen Architekten und Innenausstatter in der Stadt sehr auf Beleuchtungskonzepte zu stehen. Selbst in der kleinsten Kneipe sind irgendwo indirekte Strahler und Lichtleisten angebracht. Einfach nur ein paar helle Lampen oder sogar Neonröhren aufzuhängen damit es eben hell wird, scheint dort keine Option darzustellen. Zum Glück! Ganz anders also, wie kürzlich noch selbst in Portugal erlebt, wo man auch in einem besseren Restaurant schon mal zum gemütlichen Schein einer Leuchtstoffröhre schnabulieren darf.


BUDAPEST ZUR WEIHNACHTSZEIT
Da gerade von Licht die Rede ist – In der Weihnachtszeit legt die Stadt noch einen drauf. Man bekommt manchmal den Eindruck, die Budapester hätten Weihnachten erfunden. An jeder Ecke blinkt und blitzt es. Mal kitschig bunt, mal dezent hellgelb. Es gibt Straßen, allen voran der Prachtboulevard Andrássy út, an denen jeder einzelne Baum vom Stamm bis zu den Zweigen in Lichterketten eingewickelt ist. Und wir sprechen von vielen Hundert und großen Bäumen. Ganze Häuserfassaden in der Innenstadt leuchten abwechselnd in allen Farben und ein paar Mal in den Abendstunden rauscht sogar eine Weihnachts-Tram durch die Innenstadt - Zwei Tram-Wagen, die mit 20.000 Lichtern bespannt wurden.
Budapest rühmt sich auch des schönsten Weihnachtsmarktes in ganz Europa. Nuja, da sollte man dann doch die Kirche im Dorf lassen. Auch wenn er tatsächlich groß ist und einiges zu bieten hat, gibt es definitiv schönere. Was aber auffiel ist, dass alle „Freßbuden“ nur ungarische Spezialitäten geboten haben. Da war nichts mit China-Pfannen oder Pizza zu finden – gut so. Auch die tägliche Lichtshow auf der Fassade des Café Gerbeaud am Kopfende des Marktes ist beeindruckend.
Übrigens: Wer zur Weihnachtszeit reist und sich ein oder mehrere spezielle Restaurants ausgeguckt hat, sollte unbedingt vorher telefonisch anfragen. Die Budapester halten Weihnachtsfeiern ab wie blöde und blockieren damit – wie in Deutschland auch – gerne komplette Tischreihen oder sogar ganze Restaurants.


SIGHTSEEING
Das hier ist kein Reiseführer – es gibt mehr als genug Bücher und Webseiten, die sich mit Budapest auseinandersetzen. Trotzdem kurz aus der Fülle an Sehenswürdigkeiten ein paar absolute „Must-Sees“ für Leute, die zum ersten Mal in die Stadt reisen oder nur kurz Zeit haben.

Die schönsten Aussichten:
Tram Linie 2 – Die Linie 2 fährt am Donauufer der Pester Seite vorbei und gibt einem für ein paar Cent pro Fahrschein schon einmal einen Eindruck von einigen der schönsten Ecken auf beiden Ufern der Stadt. Vor allem Abends zu empfehlen!
Fischerbastei – Schon als Aussichtsplattform konzipiert ist das 1902 fertiggestellte Monument eine Sehenswürdigkeit für sich. Der Ausblick auf die Pester Seite und das Parlament aber sind noch einmal so schön.
Margaretenbrücke – Von der Mitte aus bietet sich die beste Aussicht auf alle Highlights des Stadtbildes. Auch hier am besten Abends oder in der Dämmerung (siehe Panoramafoto unten).

Die tollsten Gebäude:
Matthiaskirche auf dem Burgberg – Neogotischer Prachtbau, von innen wie von außen.
St.-Stephans-Basilika – Unglaublicher Renaissance-Pomp, den man gesehen haben muss. Vor allem die Kuppel. In einer Seitenkapelle erwartet einen außerdem das „eiskalte Händchen“ von König Stephan. Ziemlich zusammengeschrumpelt ruht es in einem Glasschrein und kann mittels Münzautomat beleuchtet werden. Schräg.
Parlament – Eines der schönsten Gebäude, dass ich je gesehen habe. Bis 1904 erbaut und immer noch das größte Parlament Europas. Nur so monumental geraten, weil Ungarn vor dem Ersten Weltkrieg noch einiges mehr an Staatsterritorium aufzuweisen hatte. Unbedingt eine der (für EU-Bürger kostenlosen) Führungen mitmachen. In der Regel täglich 2x auf Deutsch, Anmeldung nur persönlich und mit Personalausweis am Tor „X“ rechts neben dem Haupteingang.
Gresham Palast – Beherbergt heute mit dem „Four Seasons“-Hotel das erste Haus am Platze. Einfach den Portier fragen, ob man mal einen Blick hineinwerfen darf … und staunen.
Oper – Wer Opernfan ist, bekommt hier auf den billigsten Plätzen bereits ab umgerechnet rund 1,50 Euro ein Ticket! Aber auch sonst lohnt es, einfach mal in das pompöse Foyer hineinzuschauen.
Heldenplatz – Mal eben zum 1000jährigen „Jubiläum“ Ungarns um die vorletzte Jahrhundertwende herum angelegt, findet sich auf dem monumentalen Platz das beeindruckende „Denkmal der Helden Ungarns“, flankiert von zwei der größten Museen.
Pariser Passage – Am Ferenciek ter gelegen findet sich diese alte Einkaufspassage im Jugendstil-Mix. Leider schon fast ganz verwaist, aber unverändert und darum sehr authentisch. Hier klebt der Staub zentimeterdick auf alten Leuchtreklamen. Eine kleine Reise in die Vergangenheit mitten im Großstadttrubel.

… aber wie gesagt - dies nur als kleiner Ausschnitt aus den persönlichen Highlights.

Die Kettenbrücke und der Burgberg
im Wandel der blauen Stunde
Matthiaskirche
Matthiaskirche
Matthiaskirche
Matthiaskirche
Matthiaskirche gespiegelt
im Hilton-Hotel
Matthiaskirche
Fischerbastei
Blick von der Fischerbastei
auf das Parlament
Fischerbastei
Matthiaskirche
Matthiaskirche
"Nur" ein Straßentunnel am Burgberg -
Wer hat, der hat!
Kettenbrücke
Kettenbrücke im Regen
Gresham-Palast von der
Kettenbrücke aus gesehen
Kettenbrücke
St. Stephans Basilika
(HDR-Foto)
Kuppel der St. Stephans Basilika
Prunk und Protz in der St. Stephans Basilika
St. Stephans Basilika
Orgel der St. Stephans Basilika
Die Eingangshalle des Parlaments -
40 Kilo Blattgold wurden hier "verbaut"
Streng bewacht: Schrein der
Stephanskrone im Parlament
Unendliche Gänge des 691 Räume
fassenden Parlaments
Das Unterhaus des Parlaments
St. Stephans Basilika mit Weihnachtsmarkt
Die Oper - Ein Blick ins Foyer lohnt
Foyer der Oper
Foyer der Oper
Andrássy út zur Weihnachtszeit -
Mehr Beleuchtung geht nicht
Monumental: Der Heldenplatz
Burganlage Vajda- Hunyad
im Stadtwald
Matthiaskirche und Fischerbastei
Kettenbrücke und Burgpalast
Parlament
Parlament
Größte Synagoge der Stadt -
und immerhin zweitgrößte der Welt
"Baum des Lebens" - Gedenkstätte an der Synagoge. Auf jedem Edelstahl-Blatt steht der Name eines Holcaust-Opfers
Panorama von der
Margaretenbrücke aus
   
Burgpalast von der
Margaretenbrücke aus
Parlament von der
Margaretenbrücke aus
PANORAMA: Heldenplatz
PANORAMA: Margaretenbrücke
KURIOSES
Wie immer sind auch ein paar Schnappschüsse kurioser Dinge angefallen
 
Ob dieses Minsterium eine Blüte des umstrittenen Mediengesetztes Ungarns ist? Oder ein Überbleibsel des Sozialismus?
Das nennt man Optimismus:
Scheinbar sogar mit Erfolg
Sieht man an nicht wenigern Häusern. Einige Wohnungsbesitzer scheinen renovierwillig zu sein, andere im selben Haus nicht
 
Ohne Worte
Ohne Worte
 

AUSGEHTIPPS/PREISE
Budapest bietet natürlich unzählige Restaurants („Etterem“) - Da macht es Sinn, wenn man vorher mal in Tripadvisor (www.tripadvisor.de) reinschaut, wo man unter knapp 700 Läden diejenigen auswählen kann, die einem interessant erscheinen und die gut bewertet sind. Das war auch bei diesem Städtetrip eine gute Maßnahme, denn enttäuscht wurden wir nie. Was man wissen sollte – Fast immer wird das Trinkgeld, „Servicepauschale“ genannt, am Ende auf die Rechnung aufgeschlagen. Das sind meist 15% der Rechnungssumme. Wenn es mal nicht mit drauf steht, erwartet die Servicekraft mindestens 10% Trinkeld. Die Preise unten sind immer mit Trinkgeld angegeben. Allgemein kann man sagen, dass man in Budapest für wenig Geld mehr als satt werden kann. Je mehr man ausgeben möchte, umso bessere Qualität darf man natürlich erwarten. Aber selbst im billigsten Restaurant wurde uns kein ungenießbarer Kram vorgesetzt. Und: Wer hier essen geht, muss seine Definition von „Satt“ überdenken. Wir haben Steigerungen entdeckt, die wir bisher in Restaurants nicht kannten. Es gab nur „Satt“, „Mehr als Satt“ und „Randvoll“ - Drunter scheinen es die Budapester nicht zu machen. Neben dem Frühstück reicht also eine Mahlzeit pro Tag absolut aus. Vegetarier dürften es in dieser Stadt übrigens schwer haben – Man legt hier sehr viel Wert auf Fleisch. Auf bergeweise Fleisch. Übrigens: Rauchern ist man hier noch sehr aufgeschlossen. In jedem Restaurant und Café gibt es Raucherplätze.
Hier also die Ausgehtipps (zur Erinnerung - alles Stand Dezember 2011):

Restaurants:
„St. Juppat Etterem“, Dekan utca 3, Buda-Seite
Einfach, rustikal, viel Holz, gemischt frequentiert von Ungarn und Touris. Die Speisekarte bietet viel, meist ebenfalls rustikales – aber vor allem preiswertes. Den Caesars-Salad als Vorspeise hätte man sich sparen können. War zwar sehr lecker, aber eine riesige Portion. Es kam allerdings noch „dicker“ - Mein Schnitzel hatte Wagenradgröße und lag auf mindestens (ohne Quatsch) einem Kilo Bratkartoffeln! Das Hirschgulasch mit Pilzen ruhte dafür auf einer Unterlage aus zehn Kroketten und zwei dicken Scheiben Polenta. Es war unmöglich, das alles aufzuessen. Von der Qualität her durchschnittliche Hausmannskost, unglaubliche Portionen, nicht gerade nett präsentiert aber günstig. Für Vorspeise, Hauptgerichte, drei große Biere und drei Absacker (die echt nötig waren!) gingen umgerechnet 36,- Euro über die Theke.

„Zorbas Taverna“, II. Lövöhaz 1-3 („Mammut“ Shopping Center, 3. Stock), Buda-Seite
Wenns mal schnell gehen muss und griechisch sein darf, kommt man bei Zorbas lecker über die Runden. Obwohl es von außen wie ein typischer Einkaufszentrum-Imbiß wirkt, wähnt man sich im Inneren in einem „echten“ Restaurant. Der Salat als Vorspeise war sehr gut, das Gyros mit Fladenbrot auch – und vor allem reichlich. Hier wird man schnell und nett satt. Ein Salat, zwei mal Gyros, ein Bier, ein Wein und zwei Ouzos kosteten zusammen umgerechnet 22,- Euro.

„Hunyadi Etterem“, Hunyadi János út 17, am Burgberg nahe der Fischerbastei, Buda-Seite
Hier waren wir gleich zweimal, weil es uns so gut gefallen hat. Das Hunyadi ist ein nettes, gemütliches Restaurant, dass im Wechsel von zwei Brüdern geleitet wird. Diese sind sehr gesprächig und man fühlt sich einfach gut aufgehoben. Die Gerichte sind alle wirklich klasse, lecker, sehr frisch und werden schön präsentiert. Wir hatten hier das beste Futter des ganzen Urlaubs. Unbedingt das Huhn im Speckmantel probieren! Mit drei Gängen plus Getränken und Absacker kommt man – je nach Hauptgericht – für zwei Personen zusammen auf 35-50 Euro.

„Trattoria Toscana“, Belgras Rakpart 13, am Donaufer, Pester-Seite
Ein Italiener, wie er sein muss. Urige Atmosphäre, singende Kellner, wirklich schneller Service und leckeres Happa. Hier kann man sich entweder mal eben eine Pizza reinpfeifen oder ganz gemütlich einen kompletten Abend verbringen – echt gut! Wir hatten zwei Suppen, zwei wagenradgroße, knusperdünne Pizzen, zwei große Biere, ein Dessert und zwei Espressi und zahlten dafür 35,- Euro.

„Frici Papa Kifozdeje“, Király utca 55, etwas östlich vom Altstadt-Zentrum, Pester-Seite
Ambiente – nö. Dafür bekommt man ein authentisch ungarisches „Schnellrestaurant“, dass in den 1950er Jahren stecken geblieben scheint. Das scheinen die Preise übrigens auch. Der Laden war brechend voll, der Kellner trotzdem nett und sehr fix. Die Qualität des Essens war Durchschnitt, aber wirklich annehmbar. Es gab einen großen Salat als Vorspeise, einmal Gulasch mit Nockerln, einmal Paprikahuhn mit Pommes, zwei gebackene Stücke Käse, zwei große Bier und zwei Schnäpse – alles zusammen für nicht zu unterbietende 18,- Euro!

Cafés/Kneipen:
„Café Gerbeaud“, Vörösmarty tér 7, Altstadt, Pester-Seite
Eines der traditionsreichsten Kaffeehäuser in Europa, immer noch im Stil der Gründerzeit gehalten – Klar, muss man mal drin gewesen sein. Ist auch sehr schön anzusehen. Die Speise- und Getränkekarten verraten dann auch stolz in dezenter Schrift, welche königlichen Häupter sich in den vergangenen 150 Jahren dort die Ehre gegeben haben. Um es kurz zu machen: quasi alle. Legionen anderer Promis der Jetztzeit ebenfalls, Brad Pitt zum Beispiel. Aber geschenkt. Der normale Gast ist ein Tourist und betritt höchstwahrscheinlich nur einmal das Etablissement. Das wissen die Angestellten, und so fühlt man sich auch. Das die Preise - für Budapester Verhältnisse - fast Wucher sind (ein Irish Coffee zum Beispiel 7,- Euro) ist geschenkt, das muss man in Kauf nehmen. Dass die Kellner aber so was von unfreundlich und hochnäsig sind, muss ja nun nicht sein. Als Kölner kennt man den Köbes im Brauhaus – da ist eine gewisse Schnoddrigkeit gewünscht und gehört zum Brauchtum. Hier aber ist es rein herablassendes Getue. Legt man zum Beispiel nach dem Blättern in der Getränkekarte diese einfach vor sich ab, kommt schwudiwupp ein Kellner vorbei und platziert sie wieder standesgemäß im dafür vorgesehenen Messinghalter, der auf jedem Tisch steht. Kleine Anekdote vom Nebentisch: Zwei Damen, die sich einen Palinka (Schnaps) bestellten. Dazu wird ein Wasser in der Größe eines Schnapsglases serviert. Als eine der Damen nachfragt, ob sie noch ein zweites Wasser haben könnte wird ihr dezent mitgeteilt, dass es nur ein freies Gläschen Wasser zum Palinka gebe, aber sie könne gerne eine Flasche ordern. Fazit: Am besten einfach mal reingehen, durchlaufen, kurz staunen … und wieder gehen.

Konditorei/Café „Ruszwurm“, Szentháromság utca 7, auf dem Burgberg, Buda-Seite
Ein Käffchen und ein Stück hausgemachte Torte in der Originaleinrichtung des 150 Jahre alten, kleinen Kaffeehauses Ruszwurm – Das hat schon was. Wer ohnehin über den Burgberg streunt und eine kleine Pause einlegen möchte, ist hier bestens (und lecker) aufgehoben bei freundlicher Bedienung und angenehmen Preisen.

„Müvész Kávéház“, Andrássy út 29, schräg gegenüber der Oper, Pester-Seite
Ein wunderschönes altes Kaffeehaus, das vom Innern fast an das „Gerbeaud“ herankommt. Allerdings sind die Stühle bequemer, die Preise mehr als halbiert und die Bedienung lächelt. Hier könnte man ganze Nachmittage verbringen. Und der Kuchen war richtig lecker.

„Treffpunkt Weißer Ring“, V. Balassi Bálint 25, an der Margaretenbrücke, Pester-Seite
Eigentlich hatten wir unter dieser Adresse einen Jazzklub erwartet, doch der hatte wohl schon seit längerem die Segel gestrichen. Jetzt befindet sich dort eine Kneipe, die sich nach einer Hilfsorganisation für Gewaltopfer benannt hat. Nun ja, wohl eher unwissentlich ;-) Und wo wir schon mal da waren, sind wir gleich geblieben. Denn gemütlich war es ja, und ein „Dreher“ vom Fass kann ja nicht schaden. Insgesamt wurde es dann doch ein längerer Abend mit drei 0,5l und einem 0,3l leckerem „Dreher“ Pils von der Zapfe, zwei „Chivas Regal“-Whisky (4cl) und einer Portion Erdnüssen. OK, so detailliert braucht man es nun nicht? Doch, doch, hat schon seinen Grund: Denn für all das wurde uns am Ende eine Rechnung über umgerechnet 7,80 Euro auf den Tresen gelegt!! Blöd, dass wir so müde waren, sonst wären wir nach dem Bezahlen umgedreht und hätten weiter getrunken. Einfach nur, weil man's kann! ;-)

Thermalbad:
„Széchenyi-Bad", Stadtwald, Pester Seite
Budapest ist berühmt für seine Thermalbäder. Es gibt 21 hiervon – alte und moderne, mondäne und einfache, kleine und große. Das größte und schönste jedoch - so berichteten nicht nur unsere Reiseführer, zahlreiche Internetseiten und Bekannte von uns – sei das Széchenyi-Fürdö. Es liegt mitten im Stadtwald und hat in der Tat eine sehr weitläufige und großzügige Architektur zu bieten. Von außen. Lediglich der Eingangsbereich, die Außenbecken und zwei Räume des zwölf Becken umfassenden Innenbereichs wirken mondän und renoviert. Der Rest ist, von den katakombenartigen Massenumkleiden bis hin zu den einzelnen Becken und Sanitärbereichen, eher heruntergekommen, schmuddelig und wirkt vom Charme her wie ein marodes Kurbad der 1960er Jahre in Bad Irgendwo. Die „Duschen“ bestehen zum Beispiel aus verschmockten Rohren, die aus der Wand kommen - ohne Duschkopf. Dazu kommt, dass man den Weg aus dem Innenbereich zu den Außenbecken zu Fuß durch die Kälte zurücklegen muss. Nicht eben witzig bei drei Grad Außentemperatur über vom Regen nassen und glitschigen Marmor und in Badehose. Im Sommer sicher eine andere Nummer. OK, ja, man ist verwöhnt. Wer zum Besipiel die „Claudius Therme“ oder das „Neptun-Bad“ in Köln kennt, weiß, wie gute Wellnesstempel auszusehen haben. Und für all das ist es auch noch recht teuer – rund zehn Euro kostet der Eintritt. Also nee … braucht man nicht.


Frici Papa Kifozdeje

Café Gerbeaud

Café Ruszwurm

Müvész Kávéház

 

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